Formel 1: zweiter Test in Barcelona 2020

Formel 1: FIA zeigt auf Ferrari-Motor

Hat Vettels Team 2019 betrogen?

Zum Abschluss der Testfahrten haut die FIA noch einen raus und watscht Ferrari nachträglich für den 2019-er Motor ab. Offenbar wurden Grenzen überschritten.
Das war noch mal ein Hammer zum Testabschluss. Weniger als eine halbe Stunde vor Ende des sechsten Testtages in Barcelona stellt die FIA Ferrari an den Pranger. Es geht um den mysteriösen Power-Vorteil 2019, der nach mehreren Direktiven der FIA ab Mexiko plötzlich verschwunden war.
Jetzt zeigt der Automobilweltverband mit dem Finger auf Ferrari, schreibt in einer Pressemitteilung: "Die FIA ​​gibt bekannt, dass sie nach gründlichen technischen Untersuchungen ihre Analyse des Betriebs des Formel-1-Triebwerks Scuderia Ferrari abgeschlossen und eine Einigung mit dem Team erzielt hat. Die Einzelheiten der Vereinbarung bleiben unter den Parteien."
Und weiter: "Die FIA ​​und Ferrari haben eine Reihe technischer Verpflichtungen vereinbart, die die Überwachung aller Formel-1-Aggregate für die kommende Meisterschaftssaison verbessern und die FIA ​​bei anderen regulatorischen Aufgaben in der Formel 1 sowie bei ihren Forschungsaktivitäten zu CO2-Emissionen und synthetischen Kraftstoffen unterstützen sollen."

Au Backe: Ferrari steht mal wieder am Pranger...

Wer die Formel-1-Politik kennt, weiß, was das heißt: Ferrari hat 2019 beim Betrieb seiner Power Unit Grenzen überschritten. Die Gegner hatten das spätestens in Monza offen angeprangert. Mal war die Benzindurchflussmenge im Blick, mal Öl, das aus dem Kühlkreislauf in die Brennräume gespritzt wurde. Beide Schummel-Varianten wurden mit technischen Direktiven unterbunden. Das Geachmäckle hatte doch zu sehr gestunken.
Mögliche Folge für 2020: Der Ferrari ist nicht mehr so schnell auf den Geraden. Auffällig häufig betonen Teamchef Mattia Binotto und Sebastian Vettel, dass der Luftwiderstand durch mehr Anpressdruck gestiegen ist. Das würde heißen: Der SF1000 ist nicht mehr so effizient, dabei ist genau das doch das Zauberwort im Formel-1-Techniklexikon. Gleichzeitig klagt die Scuderia über Nachholbedarf beim im letzten Jahr noch so starken Motor.
Binotto ganz offen: "Wir haben ordentlich Abtrieb gefunden, leider auf Kosten des Luftwiderstandes. Außerdem ist unser Motor noch nicht so gut wie im Vorjahr." Angeblicher Grund: Zuverlässigkeitssorgen.
Doch die Italiener agierten mit ihren Nebelkerzen zu auffällig. Hinter vorgehaltener Hand hatten die Teams in Barcelona längst den Verdacht, dass da etwas faul war im Staate Ferrari. Dass die Scuderia auf den Geraden so langsam ist, weil die FIA gewissen Tricksereien aus dem Vorjahr einen Riegel vorgeschoben hat. Und dass die Aussage über den großen Luftwiderstand der neuen roten Göttin nur eine faule Ausrede sei, mit der man versucht die neue Antriebs-Schwäche zu erklären.
Die FIA hat diesem Gerüchtecocktail mit ihrem Statement nun noch mehr Würze gegeben. Ein ungewöhnlicher Vorgang und eine Ohrfeige für Ferrari, die zeigt, dass es der FIA offenbar nicht gereicht hat, einfach nur die Regeln zu präzisieren...

Fotos: Picture-Alliance

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