Formel 1: Freud und Leid bei Mercedes
Hamiltons Suche nach dem Rhythmus

Während Lewis Hamilton im Qualifying patzt, fliegt Nico Rosberg zur Pole. Lob gibt es dafür von seinen Chefs. Der Samstag der Mercedes-Stars in Baku.
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- Frederik Hackbarth
Vier Fehler waren einer zu viel für Lewis Hamilton am Samstag in Baku: Nachdem er sich bereits dreimal im Notausgang wiedergefunden hatte - zweimal in Q2, einmal in Q3 - traf der Weltmeister zwei Minuten vor Schluss im Zeittraining zum Europa GP eine Mauer mit dem rechten Vorderrad im falschen Winkel. Das Ende seines Qualifyings: Aus mit beschädigter Radaufhängung und Startplatz zehn am Sonntag. „Es war eine harte Session. Sowas braucht man natürlich nicht“, sagte Hamilton anschließend mit bedrückter Miene. „Gestern noch hatte ich einen tollen Rhythmus. Und heute: null. Ich bin einfach nicht reingekommen, aber das passiert eben manchmal.“ Doch wie konnte es dazu kommen?
So lief das Qualifying: Pole für Rosberg, Hamilton in der Mauer

Hamiltons Mercedes endete auf dem Abschleppwagen
Den Blick nach vorne gerichtet, erklärte der WM-Zweite: „Ab jetzt ist für mich nur noch Schadensbegrenzung angesagt. Dafür werde ich morgen alles geben, um so viele Punkte mitzunehmen wie möglich.“ Den Sieg hat Hamilton nach eigener Aussage schon abgeschrieben. „Ich bezweifle, dass ich hier noch gewinnen kann. Wenn Nico morgen den Start gewinnt, ist er weg. Dann hat er vorne ein ruhiges Rennen. Mein Job wird es hingegen sein, mich durch die Jungs vor mir durchzukämpfen.“ Eine Position, die sich Hamilton mit einem insgesamt unkonzentriert wirkenden Auftritt am Samstag selbst eingebrockt hat – fand auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff: „Wir haben das heute von ihm zum ersten Mal in diesem Jahr gesehen, bisher hat er immer geliefert. Aber heute war es sein Fehler“, sagte Wolff.

Vorzeitig Feierabend: Hamilton nach seinem Crash
„Wir haben auf jeden Fall eines der aufregendsten Qualifyings seit langer Zeit gesehen. Es ging wirklich drunter und drüber“, stellte Rosberg fest, der seinen ersten schnellen Versuch in Q3 noch abbrechen musste - weil sich Hamilton vor ihm verbremste und gelbe Flaggen hervorrief. „Das hat es etwas schwieriger gemacht, wir mussten unseren Plan danach neu organisieren“, verriet der Wiesbadener. „Am Ende hatte ich nur einen Versuch. Aber der hat gesessen“, strahlte Rosberg über beide Backen. „Damit bin ich natürlich sehr zufrieden. Allgemein haben wir das ganze Wochenende darauf hingearbeitet und genau jetzt im Qualifying das Optimum getroffen. Das hat sich gut angefühlt!“

Pole: Rosberg war am Samstag der Mann des Tages
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