Formel 1: Funk-Stunk in Baku
Frust bei Hamilton und Räikkönen

Lewis Hamilton und Kimi Räikkönen wurden in Baku Opfer des Funk-Verbots: Während die Weltmeister Frust schieben, spaltet das Regelwerk die Meinungen.
Bild: Getty Images
- Frederik Hackbarth
Es war der Aufreger beim Großen Preis von Europa in Baku: Die strengen Funkregeln der FIA stellten so manchen Fahrer und sein Team am Sonntag vor große Probleme. Allen voran Lewis Hamilton, der bei seiner Aufholjagd durchs Feld bereits auf Platz fünf vorgefahren war. Doch dann bremste ihn ein falscher Motormodus ein. Das Problem: Der Kommandostand durfte dem Weltmeister keine Hilfestellung geben, was genau zu verändern war. Es begann eine lange Diskussion am Funk - geführt, zumindest in Hamiltons Fall, bei jenseits der 350 Stundenkilometer: „Ich weiß nicht, was du meinst. Ich weiß nicht, was falsch ist“, fluchte Hamilton immer wieder in Richtung seines Ingenieurs.
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Hamilton musste sich in Baku mit P5 zufriedengeben
„Ich habe immer noch keine Ahnung, was das Problem war. Ich hatte dadurch weniger Power. Es hat sich dann selbst behoben, ich habe jedenfalls nichts gemacht“, schüttelte Hamilton seinen Kopf. „Es gibt am Lenkrad 16 Verschiedene Grundeinstellungen dafür, die dann noch einmal zu weiteren Einstellungen führen. Es sind also 100 oder 200 Möglichkeiten. Egal, wie oft ich die studiere, das kann man nie wissen“, rechtfertigte sich Hamilton, der verriet: „Als ich wieder Leistung hatte, war ich sieben Runden vor Schluss 14 Sekunden hinter den Autos vor mir. Ich habe dann nur noch den Motor geschont, weil ich da für den Rest des Jahres eh schon im kritischen Bereich bin.“

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Teamchef Toto Wolff fügte hinzu: „Es handelte sich um eine Einstellung der Schalter und gab einen Weg, das Problem zu beheben. Nico war in der glücklicheren Position, weil er den Schalter davor schon verstellt hatte und praktisch nur zurückstellen musste. Bei Lewis hat es länger gedauert, bis es zurückgestellt war und dann war es zu spät für ihn“, erklärte der Österreicher. Anders als sein Pilot wollte er die Regeln nicht verteufeln. „Der Grund für diese Regeln war, dass die Fahrer nicht mehr von der Boxenmauer ferngesteuert werden sollen und das haben wir ja jetzt.“ Wolff: „Diese modernen Autos mit den modernen Motoren geben viel elektrische Power frei und daraus ergibt sich eine neue Herausforderung. Um die zu lösen, gibt es nur zwei Ansätze: Entweder man schafft das Funkverbot wieder ab oder bringt den Fahrern die Technologie bei.“

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Ganz anders sieht beispielsweise Fernando Alonso die Thematik. „Die Regel hat für mich von Anfang an keinen Sinn gemacht. Sie geben uns ein Raumschiff zum Fahren, mit der ganzen Technologie drin“, polterte der Spanier: „Aber wir wissen nicht immer wie damit umzugehen ist, weil wir zu wenig Infos geliefert bekommen!“ Auch Sebastian Vettel schlug in die gleiche Kerbe. „Ich finde es ist ein Witz, denn es ändert nicht viel“, erklärte der Deutsche. „Es gibt viele Sachen, die man fragen möchte oder das Team einem sagen will - und man kann es nicht. Dabei glaube ich nicht, dass man schneller fährt, weil die Box einem sagt was los ist.“ Die Konsequenz für Vettel: „Man hat halt weniger Funk, den man übertragen kann. Und damit auch weniger, was man den Zuschauern bieten kann.“

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