Gas: Vettel schafft das Ferrari-Wunder

Der Titel mit Ferrari wird nach dem Nuller in Singapur schwer für Sebastian Vettel, zugegeben. 28 Punkte Rückstand auf Mercedes-Gigant Lewis Hamilton sind eine Menge. Aber irgendwie ist Vettel für mich der Mann, der über sich hinauswächst, wenn es um eine "Mission Impossible" geht. Was für den Heppenheimer  spricht: Er kann aus eigener Kraft die WM noch gewinnen.
Vettel
Vettel muss Hamilton auf den Mercedes-Strecken schlagen
Dafür muss er lediglich bei allen sechs noch ausstehenden Rennen siegen. Seine überlegene Pole Position in Singapur zeigte, dass er und Ferrari das vom reinen Speed her können. Selbst auf Strecken wie Suzuka, die vom Papier her eher für Hamilton und Mercedes sprechen. Ich erinnere an die Saison 2010. Da war nach dem GP von Korea der WM-Zug für den damaligen Red-Bull-Piloten so gut wie abgefahren.
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Nach seinem Motorschaden hatte er nicht nur zwei Rennen vor Schluss 25 Punkte auf den damals führenden Ferrari-Star Fernando Alonso – mit Teamkollege Mark Webber und McLaren-Pilot Lewis Hamilton (!) lagen auch noch zwei andere Fahrer vor ihm. Damals, im Unterschied zu heute, konnte er sich nicht mehr aus eigener Kraft krönen - er musste nicht nur die beiden letzten Rennen gewinnen, sondern dazu noch auf ein Schwächeln der Konkurrenten hoffen. Beides passierte! Vettel hatte das Unmögliche möglich gemacht. Im Gegensatz dazu erscheint die Aufgabe von heute doch wie ein Kinderspiel. (Ralf Bach)

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Bremse: Jetzt kommen Mercedes-Strecken!

Ferrari
Schafft Vettel wie schon 2010 das Formel-1-Wunder?
Ich würde ja auch gerne unseren deutschen Superstar Sebastian Vettel als Weltmeister sehen – allein, mir fehlt der Glaube. 28 Punkte Rückstand sechs Rennen vor Ende der WM sind natürlich rein mathematisch noch aufzuholen. Wenn Vettel sechs Siege holt, macht er 42 Zähler mehr als Hamilton. Aber das sind Zahlenspiele, die mehr von der Hoffnung herrühren als von der Realität. Die ist nämlich: Hamilton, der auf der Höhe seines Könnens fährt, kann sich sogar zwei Ausfälle leisten. Gewinnt er vier Rennen, ist er Champion. Egal, was unser Sebastian macht.
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Schauen wir uns die letzten Strecke an: Suzuka spricht klar für Mercedes, Mexiko für Ferrari, aber nicht so klar. Und nur Ferrari-Optimisten sehen Ferrari und Mercedes auf den übrigen vier Rennstrecken auf Augenhöhe mit den Silberpfeilen. Brasilien ok, aber in Malaysia, Austin und Abu Dhabi erscheint mir der bärenstarke Mercedes-Motor doch am Ende wichtiger zu sein als das geniale Ferrari-Chassis.
Dazu kommt, im Gegensatz zum Vettel-Wunder von 2010: Hamilton muss sich nur auf Vettel konzentrieren. Auch wenn Teamkollege Vallteri Bottas noch theoretisch im Titelkampf ist, muss der Brite keine Attacken des Finnen befürchten. Im Gegenteil: Bottas ist eher in der Lage Vettel Punkte wegzunehmen als Räikkönen umgekehrt Hamilton. Deshalb muss ich leider sagen: Auch wenn mein Bauch an Vettel glaubt, sagt ihm mein Kopf: „Vergiss es!“ (Bianca Garloff)