Es war der Aufreger am Samstag in Mexiko: Max Verstappens Pole-Runde unter gelber Flagge nach dem Unfall von Valtteri Bottas. Später wird der Holländer dafür bestraft, muss drei Plätze zurück in der Startaufstellung.
Sebastian Vettel, der dadurch auf den zweiten Startplatz hinter Teamkollege Charles Leclerc aufrückt, wird sich über die Entscheidung kaum wundern. Bereits im Anschluss ans Qualifying gibt er zu Protokoll: "Die Regeln sind da eigentlich ganz klar. Wie ich es verstanden habe, hat Max allerdings nicht gelupft. Warum weiß ich auch nicht." Dann lacht der Deutsche: "Aber ich bin auch nicht die Polizei."
Für Vettel selbst hatte der Bottas-Crash ebenfalls gravierende Folge, er musste seine Runde wegen der gelben Flaggen abbrechen. "Es ist bitter gelaufen für uns. Ich war auf einer guten Runde und hätte noch mindestens einen Platz gewinnen können. Aber das war dann irrelevant, weil Valtteri in der Barriere hing und es dann Priorität hat, dass man vom Gas geht."
Vettel
Vettel kommt um die Kurve, Bottas hängt in der Wand
Dass er am Ende in der Jägerrolle stecken blieb, kreidet sich Vettel selbst an: "Ich bin nicht ganz zufrieden mit heute. Im ersten und vor allem zweiten Quali-Abschnitt war ich gut unterwegs. Im dritten hat aber der erste Schuss nicht gesessen, da war ich Mitte der Runde zu verhalten und am Ende zu aggressiv", erklärt Vettel.
Die Folge: vorläufig nur Rang drei hinter Verstappen und Teamkollege Leclerc. "Ich war genau deswegen optimistisch, dass gerade im letzten Sektor noch relativ viel von mir kommt, der letzte Run hat sich dann auch deutlich besser angefühlt. Aber dann kam die gelbe Flagge und ich konnte die Runde nicht beenden."
Fürs Rennen kann sich Vettel seinen eigenen Start beim vorletzten Rennen in Russland zum Vorbild nehmen, als er von Position drei aus im Windschatten auf der langen Geraden vor Kurve eins an die Spitze stürmte. Nach der Verstappen-Rückversetzung steht nun sogar nur noch Leclerc vor ihm. "Wir brauchen einen guten Start, aber es ist ja nicht nur die eine Gerade lang. Es wird ein langes, hartes Rennen mit den Bremsen, der Kühlung und vor allem den Reifen. Das wird ein Abenteuer, zu sehen, wer da am längsten fährt."
Bei einer Sache ist sich Vettel mit Blick auf den Sonntag aber sicher: "Ich denke, den nötigen Speed haben wir."
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Von

Frederik Hackbarth