Formel 1: GP von China
Hamilton stoppt Vettel

–
Sebastian Vettel kann doch noch verlieren. Im atemberaubenden China-Knüller verpasste der Formel 1-Champion seinen dritten Sieg im dritten Saisonrennen. Auf dem Treppchen ganz oben stand Lewis Hamilton.
(dpa) Taktik verpatzt, Hattrick geplatzt: Erst umarmte Sebastian Vettel seinen Bezwinger Lewis Hamilton herzlich, dann gestand der Formel 1-Champion seinen Strategiefehler ein. Der hochriskante Reifenpoker des Weltmeisters aus Heppenheim ging beim Shanghai-Spektakel am Sonntag (17. April 2011) nicht auf. Wie entfesselt schnappte McLaren-Pilot Hamilton dem Red Bull-Star in der fünftletzten Runde noch den dritten Erfolg im dritten Rennen weg. "Das hätten wir uns anders vorgestellt. Wir haben wohl zu sehr an der Zwei-Stopp-Taktik festgehalten", bekannte Vettel nach dem Actionkrimi im Reich der Mitte. "Das war unglaublich. Ich habe jede Sekunde dieses Rennens genossen", bejubelte Hamilton seinen China-Coup.
Überblick: Lesen Sie weitere Motorsport-Themen bei autobild.de

Chancenlos: Mit abgefahrenen Reifen musste Sebastian Vettel (rechts) Lewis Hamilton fünf Runden vor Schluss die Führung überlassen.
Bild: XPB

Verzockt: Vettels Team entschied sich für eine Zweistopp-Strategie – ein Fehler.
Bild: dpa
Für Vettel begann das Rennen mit der ersten Niederlage des Wochenendes. Nachdem er alle Trainingseinheiten dominiert und auch die Qualifikation überlegen gewonnen hatte, musste der Deutsche am Start gleich beide McLaren vorbeiziehen lassen. Grund war wohl ein Problem mit dem 82-PS-Zusatzschub des Hybridsystems KERS, das Red Bull noch immer Sorgen bereitet. Button übernahm die Führung. Auch Hamilton, bei dem in letzter Minute noch ein Motorproblem behoben werden musste, entschied das Duell mit Vettel für sich. Nur mit Mühe konnte der Titelverteidiger zumindest Rosberg hinter sich halten. Die kurioseste Szene des Rennens spielte sich bei der ersten Runde der Boxenstopps ab: Vettel überholte auf den letzten Metern vor der Boxeneinfahrt zunächst Hamilton, dann fuhr der ebenfalls zum Reifenwechsel beorderte Button irrtümlicherweise an die Red Bull-Garage. Der Brite verlor durch seinen Fehler wertvolle Zeit, Vettel ging vorbei. Neuer Spitzenreiter aber war nun Rosberg, dessen Mercedes-Team mit dem früheren Stopp taktisch clever reagiert hatte.
Überblick: Lesen Sie weitere Themen aus der Formel 1

Mit dem letzten Tropfen: Für Nico Rosberg wäre viel mehr als Platz fünf drin gewesen, aber der Deutsche musste Sprit sparen.
Bild: XPB
Doch der Thriller auf dem Shanghai Circuit war noch längst nicht vorbei. Rasante Positionskämpfe, brillante Überholmanöver – der China-Grand Prix hatte alles zu bieten. Mit dem besseren Ende für Hamilton: Weil Vettels Reifen immer mehr abbauten, rückte der Weltmeister von 2008 konstant näher, griff mehrfach an und hatte in der 52. Runde Erfolg. "Ein fantastisches Rennen", schwärmte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh. Gut vier Umläufe später fuhr Hamilton nach 1:34:58,224 Stunden jubelnd ins Ziel – die Vettel-Serie war vorbei.
Service-Links