Formel 1: Hamilton glaubt an Ferrari-Tricks
Rennleiter kontert Hamilton

Lewis Hamilton muss sich in Spa Sebastian Vettel geschlagen geben - und schmollt danach. Warum der Brite sauer ist und was die F1-Experten sagen.
- Bianca Garloff
- Ralf Bach
- Frederik Hackbarth
Kann da einer etwa nur schwer verlieren? Lewis Hamilton jedenfalls schmollt nach Platz zwei und dem Überholmanöver durch Sebastian Vettel in Spa. Erst schleicht er im Parc Fermée demonstrativ um Vettels Ferrari. Danach sucht er auch verbal nach Erklärungen: „Vettel hat mich auf der Geraden einfach aufgeschnupft. Die haben offenbar ein paar Tricks im Auto. Ich habe gemacht, was ich konnte...“

Hamilton konnte sich nur kurz vor Vettel halten
Trotzdem sagt Hamilton: „Ich wusste, dass sie einen großen Motorvorteil haben. Obwohl ich in seinem Windschatten war, konnte ich nicht aufholen.“
Inzwischen ist der amtierende Champion zwar zurückgerudert. Keineswegs wolle er Ferrari illegale Tricks unterstellen. Formel-1-Rennleiter Charlie Whiting will das trotzdem so nicht stehen lassen. „Wirklich amüsant“, kontert der Brite. „Denn wir wissen ziemlich viel über den Ferrari. Lewis kann gar nichts darüber wissen. Ferrari leistet derzeit einfach gute Arbeit und Mercedes muss versuchen, ein Gegenmittel zu finden.“
RTL-Experte Christian Danner glaubt: „Lewis ist angefressen, weil er sieht, dass Ferrari insgesamt mit dem Auto einen Vorteil hat, und zwar in allen Bereichen, nicht nur beim Motor. Wenn man sich in den Jahren daran gewöhnt hat, 40 PS mehr zu haben, ist es schwer zu akzeptieren, dass beide Teams jetzt auf Augenhöhe sind.“

Hamilton schmollt: Warum war der Ferrari besser?
Mercedes-Sportchef Toto Wolff warnt deshalb: „Wir sind zu langsam auf den Geraden, auch fehlt es an Traktion. Wir sind nicht, wo wir sein sollten, auch in langsamen Zonen nicht. Und wir haben Blasenbildung auf den Reifen. Ich sehe nicht viel Positives heute.“
Dazu kommt ein Vettel in Bestform. „Seb war stark heute“, zieht Hamilton den Hut. „Er hat keine Fehler gemacht, dann ist er schwer zu schlagen.“ Dem Briten schwant Böses. „Auch wenn ich heute nur sieben Punkte verloren habe: Minus sieben Punkte in allen nächsten Rennen, dann sind es ganz schön viele Punkte. Und wenn wir so weitermachen wie heute, werden es jedes Mal minus sieben Punkte sein.“
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