Selbst zu seiner eigenen Siegerehrung kommt Lewis Hamilton in Baku zu spät. Das passt ins Bild an einem „seltsamen“ Wochenende für den Weltmeister, wie Hamilton es selbst nennt. Doch der wahre Grund, warum Fans und Fahrerkollegen am Sonntag auf den Briten warten müssen, ist ein anderer: Hamilton sprintet direkt aus seinem Auto in die Teamkatakomben von Mercedes, sucht Teamkollege Valtteri Bottas - dem war kurz zuvor in Führung liegend der Reifen geplatzt.
Hamilton
Kurzes Abklatschen - danach sprintet Hamilton los...
„Ich wollte meinen Respekt zeigen und ihn ein bisschen aufbauen. Er hat mich da sicher nicht erwartet“, so Hamilton, der selbst weiß, dass ihm der Sieg in Aserbaidschan in den Schoß fiel. „Es fühlt sich wirklich komisch an, hier oben zu stehen. Es war ein unsauberes Rennen von mir. Ich fühle, dass ich nicht so fahre wie sonst. Das tut mir im Herzen weh. Vor mir liegt jetzt viel Arbeit.“
Weil die Gegner aber im Pech sind - Sebastian Vettel wird schon vor Bottas' Reifenpanne vom Safety-Car kalt erwischt, verbremst sich dann auch noch - darf Hamilton trotzdem feiern und übernimmt sogar die WM-Führung.

An dieser Stelle finden Sie eingebettete Inhalte von TWITTER.

Um diese Inhalte darstellen zu können, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Um eingebettete Inhalte anzuzeigen, ist Ihre jederzeit widerrufliche Einwilligung (über den Schalter oder über „Widerruf Tracking und Cookies“ am Seitenende) zur Verarbeitung personenbezogener Daten nötig. Dabei können Daten in Drittländer wie die USA übermittelt werden (Art. 49 Abs. 1 lit. a DSGVO). Mit dem Aktivieren des Inhalts stimmen Sie zu. Weitere Infos finden Sie hier.


Mercedes
Glücklich: Hamilton profitiert vom Pech anderer
Teamchef Toto Wolff sieht Hamiltons Glück diplomatisch. „Ich glaube Lewis hat heute seinen Melbourne-Sieg zurückbekommen“, sagt der Österreicher. Beim Saisonauftakt hatte das Safety-Car Hamilton noch geschadet. In Baku aber spielt es Mercedes in die Karten, wenn auch zunächst in die von Valtteri Bottas.
„Wir hätten auch bei einem normalen Rennverlauf eine kleine Siegchance gehabt“, glaubt Toto Wolff. „Die Lücke für Sebastian wurde immer kleiner und wir wären beim Stopp so oder so auf ultraweiche Reifen gegangen. Das haben wir heute morgen im Strategiemeeting schon festgelegt.“ 
Baku
Beim letzten Re-Start war Hamilton nur Dritter...
Trotzdem ist die Scuderia für ihn auch in den kommenden Rennen noch Favorit: „Das Ergebnis heute ändert nichts an der Realität, dass wir ein bisschen hinter ihnen sind. Wir haben noch viel zu tun, denn im Moment haben sie das stärkste Auto da draußen.“
Valtteri Bottas indes versteckt sich nach dem Rennen hinter einer großen schwarzen Sonnenbrille, verliert aber wenigstens nicht seinen Humor: „Es ist schwer, Worte zu finden. Jeder hat gesehen, was passiert ist. Ich glaube mir helfen jetzt nur noch zehn Bier.“
Bottas
Der größte Pechvogel in Baku: Reifenpanne bei Bottas
Danach will der Finne den Blick aber wieder nach vorne richten: „Ich werde drüber hinweg kommen, auch wenn es im Moment natürlich wehtut.“
Mercedes-F1-Ausichtsrat Niki Lauda lässt dagegen Dampf ab. Er macht die Streckenposten für den verlorenen Doppelsieg der Silberpfeile verantwortlich und poltert: „Warum wurde die Strecke da nicht gesäubert? Wir hatten eine halbe Ewigkeit Safety-Car. Da war genug Zeit. Sehr ärgerlich für uns.“

An dieser Stelle finden Sie eingebettete Inhalte von TWITTER.

Um diese Inhalte darstellen zu können, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Um eingebettete Inhalte anzuzeigen, ist Ihre jederzeit widerrufliche Einwilligung (über den Schalter oder über „Widerruf Tracking und Cookies“ am Seitenende) zur Verarbeitung personenbezogener Daten nötig. Dabei können Daten in Drittländer wie die USA übermittelt werden (Art. 49 Abs. 1 lit. a DSGVO). Mit dem Aktivieren des Inhalts stimmen Sie zu. Weitere Infos finden Sie hier.