Formel 1: Hamilton mit Hydraulikdefekt
Vergießt der Champion hier Tränen?

Lewis Hamilton startet beim Deutschland-GP nur von Platz 14. Mercedes schiebt die Schuld auf den Briten, Hamilton auf Mercedes. Rätselhaftes Verhalten nach Ausfall.
- Michael Zeitler
- Bianca Garloff
- Ralf Bach
Die deutschen Fans feiern Poleposition-Fahrer Sebastian Vettel. Und sein WM-Widersacher Lewis Hamilton sitzt fassungslos neben seinem defekten Mercedes. Vettel hat gegen Hamilton in Hockenheim einen wichtigen Punktsieg gelandet, kann morgen den Vorsprung in der Tabelle von aktuell acht Zählern noch weiter ausbauen.
Hamilton: Das sagt er zum Schumi-Rekord
Aber wie kam es überhaupt zum Qualifying-Aus? Die Fernsehbilder zeigen, wie der Brite von der Strecke abkommt, sein Mercedes über Bodenwellen springt und dabei unsanft landet. Danach ist der 33-Jährige plötzlich in langsamer Fahrt unterwegs. Diagnose: Hydraulikdefekt. Gegenüber den britischen Medien verteidigt sich Hamilton und erklärt, dass es schon vor dem Abflug Hydraulikprobleme gab. Toto Wolff hingegen macht zunächst den Fast-Abflug für den Defekt verantwortlich.

Die Mechaniker müssen das Getriebe an Hamiltons Auto wechseln
Das zweite Rätsel: Was hat Hamilton eine Minute lang völlig niedergeschlagen kniend neben seinem Mercedes gemacht? Hat der äußerst religiöse Brite ein Stoßgebet Richtung Himmel geschickt? Hat er unter dem Helm Tränen vergossen? Oder hat er nur eine Show inszeniert? Hamilton klärt am Abend in seiner Presserunde auf: "Ich war außer Atem, weil ich das Auto geschoben hatte. Außerdem dauert eine Zeit, bis man so einen Ausfall akzeptiert hat." Seinem Ex-Teamkollegen und RTL-Experten Nico Rosberg fällt auf: „Ich habe ihn noch nie so leiden sehen. Das ist absolut neu.“
Noch mal Hamilton: "Wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen. Ich habe keine Kontrolle über einen solchen Defekt, also streife ich die negativen Gedanken ab und versuche mich aufs Positive zu konzentrieren und auf meine Aufgabe am Sonntag."
Schon am Morgen waberten die wildesten Gerüchte über Hamilton durch Fahrerlager. Er fühle sich nicht gut, hieß es. Mercedes dementierte das.
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