Die besten Bilder aus Spielberg

Formel 1: Hamilton trifft auf Vettel

Schattenboxen in Pressekonferenz

Erstes Wiedersehen der WM-Rivalen nach dem Baku-Rempler: Sebastian Vettel erneuert Entschuldigung - Lewis Hamilton nimmt sie an, kritisiert aber auch.
Für Lewis Hamilton war es "die bestbesuchte Pressekonferenz aller Zeiten". Für Sebastian Vettel wie der zweite Gang nach Canossa. Für Kevin Magnussen das Debüt als Rammbock. Die offizielle FIA-Pressekonferenz am Red Bull-Ring in Spielberg, in der Lewis Hamilton und Sebastian Vettel erstmals nach dem Rempler von Baku aufeinander trafen wurde mit Spannung erwartet - offenbar auch vom Weltverband selbst. Noch kurz vor Beginn änderte FIA-Pressesprecher Matteo Bonciani die Sitzordnung. Vettel, der zunächst in der Mitte neben Hamilton saß, wurde nach rechts außen versetzt. Magnussen bekam den Platz zwischen den WM-Kämpfern - und konnte sich ein Lachen darüber nicht verkneifen.

Hamilton versuchte die PK mit Snapchat aufzulockern

Die beiden Protagonisten fühlten sich indes nicht ganz wohl. Hamilton versuchte die Stimmung aufzulockern, indem er die anwesenden Journalisten ausgiebig mit seinem Smartphone filmte. "Ich habe nicht das Gefühl, dass die Stimmung hier angespannt ist", betonte er. Zu Baku sagt er nur: "Für mich ist das abgeschlossen. Ich will mich aufs kommende Wochenende konzentrieren. Was immer ich über diese Aktion sagen wollte, das habe ich schon in Baku getan. Ich liege in der WM hinter Seb, daran will ich arbeiten." Der Brite gab den Spielverderber. Keine weitere Spitze, keine Ansage an Vettel. Zunächst jedenfalls.
Hamilton weiter: "Mein Respekt für Seb ist geblieben. Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass ich ihn nicht in eine Falle gelockt hatte. Mir war auch ganz wichtig, dass er das in der Öffentlichkeit korrigiert, weil ich nicht den Eindruck da draußen erweckt haben wollte, dass ich so etwas mit einem Gegner machen würde. Das ist nicht mein Stil."
Vettel gab sich souverän, auch wenn es in ihm sicherlich weiter brodelte. Noch einmal erklärte er seinen Rammstoß von Baku: "Ich war sauer und habe überreagiert. Ich bereue es, kann es aber nicht ungeschehen machen. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich das tun, aber es ist nicht möglich." Der Heppenheimer einsichtig: "Ich hatte im Cockpit offenbar eine andere Sicht als ausserhalb. Ich war einfach überrascht und hatte zu diesem Zeitpunkt das Gefühl, dass er absichtlich auf die Bremse gegangen ist. Es war ein Fehler, neben ihn zu ziehen und mit ihm aneinander zu geraten." Er gab denn auch zu, absichtlich in Richtung Hamilton gelenkt zu haben: "Ich habe mein Auto aber nicht als Waffe benutzt. Ich wollte ihn nicht verletzen, auch wenn eine gefährliche Situation daraus entstand."

Vettel und Hamilton geriet in Baku heftig aneinander

Die Fangemeinde erfuhr dann auch Details zur Aussprache der zwei Titelanwärter. Vettel: "Ich habe Lewis am Montag angerufen und mit ihm darüber gesprochen. In meinen Augen war Lewis auch der Wichtigste, mit dem ich darüber sprechen wollte. Es gab keinen Grund, gleich mit den Medien zu reden. Ich habe einen Fehler gemacht und verstehe, wenn er sauer ist. Aber ich bin glücklich zu hören, dass wir beide reif genug sind, um das hinter uns zu lassen und weiterzumachen."
Hamilton zeigte sich gönnerhaft: "Ich bin einer, der nach vorne blickt. Mir war einfach wichtig, dass Seb die Darstellung korrigiert, ich locke meine Gegner in Fallen. Aber ich brüte auch nicht über das Vergangene." Trotzdem konnte es sich der Dreifach-Weltmeister nicht verkneifen, am Ende doch noch einen Giftpfeil in Richtung Vettel zu schießen. Seine Aussage, dass Vettel kein Vorbild für die Jugend sei, wollte er nämlich nicht zurücknehmen. "Unruhe ist immer gut für den Sport, und wir sind alle nur Menschen. Aber wir sind eben auch Vorbilder und sollten aufpassen, welche Message wir nach außen senden."
Vettel konterte indes souverän die verbale Attacke eines englischen Journalisten, wonach das Urteil der FIA zu mild ausgefallen sei: "Ich habe eine Strafe bekommen, die letztlich viele Punkte gekostet hat. Denn durch das Problem, das Lewis an die Box zwang, hätte ich das Rennen gewinnen können. Dass ich als Vierter ins Ziel kam, würde ich deshalb nicht als Glück bezeichnen. Ich war nach dem Rennen nicht sehr happy damit." Hamilton gegen Vettel. Das Duell geht weiter. Morgen ab zehn Uhr dann auch wieder auf der Strecke.

Fotos: Getty Images / Picture-Alliance

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