Formel 1: Hamilton vor Japan GP
Zwischen Snapchat und Gottesfurcht

Lewis Hamilton hat seine gute Laune wieder, am göttlichen Beistand zweifelt er nach seinem Sepang-Aus aber trotzdem. Eine Ansage gibt es von Toto Wolff.
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- Frederik Hackbarth
Immerhin: Lewis Hamilton hat sein sonniges Gemüt vier Tage nach dem schmerzvollen Motorplatzer von Malaysia scheinbar schon wiedergefunden. Während die Reporter den Weltmeister mit Fragen zu seinen kurz nach dem Ausfall in Sepang geäußerten Sabotage-Vermutungen löcherten, spielte der Brite in der offiziellen Pressekonferenz zum Japan GP am Donnerstag lieber lachend mit den Filtern seines Smartphones.
Nach Motorschaden: Hamilton relativiert Sabotage-Verdacht
Damit zog Hamilton allerdings die Kritik der anwesenden Journalisten auf sich, vor allem da er ein Foto aus der Presserunde mit der Unterschrift „Dieser Scheiß bringt mich um“ versah. Wenig später folgte die Erklärung des Weltmeisters: „Damit war gemeint, dass mich dieser Filter vor lachen umbringt. Es war nicht respektlos gemeint. Manche Leute sollten sich nicht so ernst nehmen...“

Snapchat-Duell in Suzuka: Sainz Jr. und Hamilton
Fuchs und Hase: Viel mehr noch trifft das auf Hamiltons WM-Duell mit Nico Rosberg zu. 23 Punkte Rückstand hat Jäger Hamilton auf Rosberg. Ein Thema, bei dem der abseits von Social-Media-Blödeleien am Donnerstag in Suzuka kurz angebundene Brite schon deutlich ernster wurde. „Der Kerl da oben will wohl nicht, dass ich gewinne“, beklagte Hamilton den seiner Meinung nach diese Saison fehlenden göttlichen Beistand im Titelduell.
Immerhin: Das Vertrauen in sein Team habe er - entgegen seiner jüngst ausgesprochenen und wenig später relativierten Sabotage-Vorwürfe - aber nicht verloren. „Dieses Team ist meine Leidenschaft“, bekräftigte Hamilton.
Wolff stellt klar: Kein Trainingsverzicht
In einer Angelegenheit waren sich der zuletzt in Malaysia selbsterklärte „Nummer-1-Pilot von Mercedes“ und die Führungsetage der Silberpfeile aber noch nicht einig: Die Trainingseinsätze in Japan. „Wenn es etwas bringt, die Trainings nicht mehr zu fahren, dann lasse ich sie eben aus“, hatte Hamilton nach seinem Ausfall mit Blick auf die Laufleistung seines anfälligen Motors gesagt. „Das würde uns in Wahrheit nur Nachteile bringen, weil uns Daten für das Rennen fehlen würden“, widersprach Mercedes-Sportchef Toto Wolff Hamiltons Einschätzung in Suzuka.
Hamilton wirklich benachteiligt? Die Pannen-Statistik des Briten

Lewis Hamilton glaubt an Gott, Toto Wolff an Training
Allein: Die Gefahr erneuter Probleme ist damit noch nicht gebannt! Denn Hamilton (setzt wieder seinen Singapur-Motor ein) und Rosberg (weiter den von Malaysia) haben genauso wie Esteban Ocon von Kunde Manor bereits die aktuellste Ausbaustufe im Heck. Modifikationen an dieser sind straffrei nicht möglich. Bei den anderen fünf Kunden-Autos hat Mercedes die Ausgabe der eigentlich für Japan vorgesehenen Aggregats-Upgrades extra auf Austin verschoben, um das Problem bis dahin komplett zu beseitigen.
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