Formel 1: Hamiltons Sicherheitsappell
Keine Strafe für Rosberg: Marko tobt

Rosbergs Pole-Runde in Ungarn ließ die Wogen hochgehen: Während sich der Deutsche verteidigt, tobt Red Bull. Hamilton sorgt sich um die Sicherheit.
Bild: FH / Picture-Alliance
- Frederik Hackbarth
Lustige Szenen im Fahrerlager von Budapest: Nico Rosberg kommt vom Verhör bei der Rennleitung, wird von Kamerateams und Reportern eng umringt. Der WM-Führende bewegt sich scheinbar in Richtung des Mercedes-Motorhomes, doch auf einmal duckt sich Rosberg weg, nimmt die Beine in die Hand und Reißaus aus der Menschentraube – Flucht durch einen Tunnel hinter den Boxen direkt zum Parkplatz. Dort springt er in seinen Mercedes-SUV und braust zurück nach Budapest. Das dicke Grinsen des Deutschen bei der Aktion lässt bereits erahnen, was wenig später auch die Regelhüter bestätigen: Keine Strafe gegen Rosberg, der Mercedes-Star darf seine Pole behalten!

Nico Rosberg hatte die Nase im Mercedes-Duell vorne
Und dennoch: Es war der Aufreger im Ungarn-Qualifying am Samstag. Das war zuvor passiert: Die Zeit auf der Uhr in Q3 war längst abgelaufen als sich die Piloten im letzten schnellen Versuch um die Pole duellierten. Doch plötzlich stand Fernando Alonso auf der Strecke – der Spanier hatte sich gedreht. Der direkt dahinter fahrende Lewis Hamilton musste stark vom Gas, eine Zeitverbesserung war damit vom Tisch. Als alle bereits dachten, die Messe im Qualifying sei gelesen, kam Nico Rosberg an – und knallte zur Überraschung aller die Pole hin!
So lief das Qualifying: Rosberg holt Pole in Ungarn

Red Bulls Horner und Marko sind sauer auf Rosberg
Auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner zeigte Unverständnis für Rosbergs Zeitverbesserung: „Ich kann mir nicht ganz erklären, warum Rosberg es geschafft hat, im mittleren Sektor so schnell zu sein. Ich weiß aber auch nicht, ob die Strecke schon wieder frei war, als er vorbeigekommen ist.“ Davon überzeugt ist RTL-Experte Timo Glock, der Rosberg verteidigte. „Solange das Auto (von Alonso; d. Red.) noch da stand, wurde gelb geschwenkt. Danach war dort aber keine Gefahrenstelle mehr“, erklärte der Ex-F1-Pilot.

Rosberg holte in allerletzter Sekunde die Pole-Position
Einer von diesen Kritikern ist allerdings ausgerechnet Mercedes-Angestellter. Auch Lewis Hamilton zeigte sich wenig begeistert über Rosbergs Verhalten. Allerdings nicht wegen der verlorenen Pole sondern aus Sicherheitsbedenken, wie der Brite erklärte: „Die Interpretation einer gelben Flagge sieht eigentlich so aus, dass man langsamer machen muss. Wenn sogar doppelt gelb geschwenkt wird, sollte man eigentlich vorbereitet sein auf ein Auto oder Streckenposten auf der Strecke, die jederzeit hinter der nächsten Kurve stehen können.“

Uppps... war Rosberg zu schnell unter gelber Flagge?
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