Formel 1: Hamiltons Vertragsverlängerung

Formel 1: Hamiltons Vertragsverlängerung

Ein Superstar mit Verfolgungswahn

Lewis Hamilton motzt über seine Strafen beim GP Russland. Doch das kann man auch positiv sehen, meint Bianca Garloff
Lewis Hamilton (36) ist die schillerndste Persönlichkeit der Formel-1-Szene. Er verbindet den Sport mit Mode, mit Politik, mit Hollywood. Er steht ein für Gerechtigkeit und Umweltschutz. Er kämpft gegen Diskriminierung. Lewis Hamilton ist der Muhammad Ali der Formel 1.
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Fast immer jedenfalls. Manchmal übermannt ihn der Verfolgungswahn, der ihn seit seiner Jungend in der britischen Kleinstadt Stevenage nicht loslässt. Einst warf der Brite den Formel-1-Richtern öffentlich vor, ihn wegen seiner Hautfarbe bestraft zu haben. Nach dem GP Russland in Sotchi polarisiert er erneut.
Nach seiner Doppelstrafe wegen regelwidriger Startversuche am Ausgang der Boxengasse schürte er Zweifel an einer fairen Formel-1-Justiz. „Für so etwas hat noch niemand eine Strafe bekommen. Es wirkt so, als müssten wir gegen Widerstände ankämpfen“, schimpfte der WM-Spitzenreiter.
Doch damit nicht genug. Hamilton warf den Rennkommissaren sogar vor, ihm den Siegrekord von Michael Schumacher nicht zu gönnen. „Sie wollen mich stoppen, oder etwa nicht?", fragte er rhetorisch. Renndirektor Michael Masi bekam die verbale Faust des Superstars ganz direkt zu spüren. „Sind wir auf einer Wellenlänge? Das denke ich nicht.“

Lewis Hamilton

Hamilton tut sich damit keinen Gefallen. Extrawürste bekommt eben auch der Superstar der Szene nicht. „Bei einem Regelbruch spielt es keine Rolle, ob es Lewis Hamilton oder einer der anderen 19 Fahrer ist“, kontert Rennleiter Masi. Und auch Ex-F1-Pilot Marc Surer sagt im AvD Motorsport Magazin: „Wenn 19 Fahrer am richtigen Ort den Start üben und Lewis Hamilton übt da, wo die Autos schon mit hoher Geschwindigkeit aus der Box rauskommen, dann ist das gefährlich.“ ORF-Experte Karl Wendlinger pflichtet dem Schweizer bei: „Es gibt Regeln, auch in den anderen Motorsport-Klassen. Das sollte man schon wissen, wo man seinen Start machen darf.“
Dazu kommt: Auch das Urteil selbst war nicht unfair oder zu hart. Nach einer Verwarnung ist eine 5-Sekunden-Strafe die geringste Sanktionierung, die laut Reglement vorgesehen ist. Man muss sich nur mal in die Lage der Regelhüter versetzen: Wie groß wäre der Aufschrei gewesen, wenn Hamilton straffrei ausgegangen wäre?
Hamiltons verbaler Aufschrei zeigt trotzdem: Trotz seiner vielen Siege lebt der Brite immer noch für seinen Sport. Er ist so hungrig nach Erfolg – wie eh und je. Und er nimmt auch weiter kein Blatt vor den Mund. Für die Formel 1 kann es keine bessere Nachricht geben, als einen Lewis Hamilton, der angesichts der Niederlage immer noch mit dem Fuß auf den Boden stapft wie ein bockiges Kind. Denn das zeigt: Er brennt für die Königsklasse und den Erfolg.
Seine Vertragsverlängerung bei Mercedes ist deshalb nur eine Frage der Zeit. Die britische Daily Mail schreibt von einem weiteren Dreijahresvertrag im Gesamtwert von 130 Millionen Euro, dem Hamilton „im Prinzip“ zugestimmt haben. Details hin oder her: „Er wird weiter bei Mercedes bleiben“, glaubt auch Wendlinger. „Ich glaube, das ist auch sein Anliegen, weil er weiß, dass er da das beste Paket hat.“ Für die Formel 1 wäre das die nächste gute Nachricht.

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