Formel 1: Hochachtung vor Vettel
Stimmen zu Vettels Titel

Sebastian Vettel, Überraschungssieger der Formel 1-Saison 2010, sonnt sich in Respektsbekundungen und Gratulationen. AUTO BILD MOTORSPORT hat die Stimmen nach dem fabelhaften Sieg eingefangen.
Kein Witz: AUTO BILD MOTORSPORT hatte Red Bull-Boss Dietrich Mateschitz (66) schon vor dem Großen Preis von Abu Dhabi in der Red Bull-Hospitality gratuliert – und zwar zu beiden WM-Titeln, dem bereits in Brasilien eingefahrenen Konstrukteurspokal und der zu diesem Zeitpunkt noch offenen Fahrerweltmeisterschaft! Mateschitz lächelte verlegen und brachte nicht mehr als ein leises "Oh!" hervor. Nach dem Rennen und Sebastian Vettels Triumphfahrt musste er lachen, als ABMS ihm erneut die Hand schüttelte: "Sie hatten ja so Recht!" Mit einem perfekten Start-Ziel-Sieg und einer ausgeklügelten Red Bull-Falle für Ferrari-Pilot Fernando Alonso (29) ist Sebastian Vettel (23) seit Sonntagnachmittag mit 23 Jahren und 134 Tagen jüngster Weltmeister aller Zeiten und der zweite deutsche neben Michael Schumacher (41).
Bild: xpb.cc
Helmut Marko freut sich über die aufgegangene Strategie
Der Österreicher gilt als größter Vettel-Fan im Red Bull-Lager und konnte sich eine Anmerkung zum Thema Stallorder nach dem Rennen nicht verkneifen. Marko: "Hätten wir in Brasilien (vorletzter GP; d. Red.) Mark an Sebastian vorbeibugsiert, hätte hier in Abu Dhabi nur noch einer der beiden die Chance auf den Titel gehabt. Und das wäre womöglich der Falsche gewesen." Marko meint Mark Webber, der auf dem Wüstenkurs nie richtig auf Tempo kam und dennoch seinen Teil zum Red Bull-Fahrertitel beigetragen hat. Denn weil der Ferrari-Kommandostand sich in Sachen Boxenstrategie zu sehr auf den wegen abbauender Hinterreifen extrem früh stoppenden Webber konzentrierte und mit Fernando Alonso ebenfalls viel zu früh in die Box abbog, fiel der Spanier von Platz vier (hinter Vettel, Hamilton und Button) auch noch hinter Robert Kubica, Nico Rosberg und Vitaly Petrov bis auf Platz sieben zurück. Für seinen dritten Titel aber hätte er mindestens Vierter werden müssen. "Ein klarer Fehler", gibt Ferrari-Teamchef Stefano (45) Domenicali zu.
Vettel dagegen konnte nach vielen Rückschlägen – allein 66 Punkte verlor er wegen technischer Defekte – am Ende strahlen: "Ich bin mit dem Ziel in die Saison gegangen, die WM zu gewinnen. Das habe ich geschafft. Ich habe zwischendurch zwar nicht den Fokus verloren, aber ich wurde vielleicht etwas angespannt. In Spa hatte ich den Unfall mit Jenson (Button; d. Red.) und habe dafür viel Kritik in der Presse eingesteckt. Das war nicht einfach. Da habe ich gemerkt, wer meine Freunde sind. In diese Leute habe ich seitdem meine Energie gesetzt und möchte mich jetzt bei ihnen bedanken." Helmut Marko lobt den Heppenheimer: "Sebastian ist während der Saison extrem gereift und hat nie den Kopf in den Sand gesteckt. Als wir nach seinem Motorschaden in Korea die Köpfe haben hängen lassen, hat er uns immer wieder aufgemuntert." Mateschitz glaubt sogar: "Das war erst der erste von vielen weiteren Vettel-Titeln!"
Vettel war Bernie Ecclestones Wunsch-Champion

Von Ecclestone kann Vettel jetzt noch mehr lernen: Nämlich wie man seinen Titel vermarktet. ABMS erfuhr: Schon für dieses Jahr hatte der Heppenheimer mit Red Bull eine satte WM-Prämie ausgehandelt, die nur die Beteiligten kennen. Ein neuer Sponsor steht angeblich schon in den Startlöchern. Doch zunächst muss Vettel sich dem Feier-Marathon stellen. Heute (15. November 2010) ist er bei Red Bull in Salzburg, morgen in der Fabrik in Milton Keynes (England) und am Donnerstag schon wieder zurück in Abu Dhabi. Dort sitzt er am Freitag und Samstag bei den ersten Tests mit den neuen Pirelli-Reifen erstmals als Weltmeister hinterm Steuer getreu dem Motto: Vor dem Spiel ist nach dem Spiel.
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