Formel 1: Horror-Rennen für Vettel
Dreher und Strafpunkte

Platz neun beim Großbritannien GP: Nur eine Woche nach dem Aus in Spielberg geht Sebastian Vettels Talfahrt mit Dreher und Strafe in Silverstone weiter.
Bild: Picture-Alliance
- Frederik Hackbarth
Was für ein Horror-Wochenende für Sebastian Vettel in Silverstone: Nach einem schwachen Qualifying und einer Rückversetzung in der Startaufstellung um fünf Plätze wegen Getriebewechsels konnte es im Rennen für den Deutschen eigentlich nur besser werden. Doch es kam ganz anders: Nach einem Dreher und eine Strafe für das Abdrängen von Felipe Massa, die am Ende allerdings ergebnistechnisch ohne Folgen blieb, kam der vierfache Weltmeister auf einem trostlosen neunten Platz ins Ziel.

Vettel hatte Mühe den Ferrari auf der Strecke zu halten
Die Laune des Heppenheimers war nach der Ernüchterung von Großbritannien dementsprechend. „Euch fehlt die Weitsicht. Ein Rennen, wo es nicht so läuft, und schon ist alles ganz schlecht“, raunzte Vettel die Reporter von RTL auf Grund kritischer Nachfragen an. „Heute war einfach nicht unser Tag, nicht unsere Bedingungen“, meinte Vettel. Der Regen spülte Ferrari weiter nach hinten. Aber auch einen Seitenhieb gegen Reifenausrüster Pirelli konnte sich Vettel nicht verkneifen. „Die Regenreifen sind gerade gut genug, um langsam hinter dem Safety-Car herzufahren“, lästerte der Deutsche.
Strafe für Abdrängen von Massa
Die Schuld für das schwache Abschneiden auf der Insel wollte er jedoch nicht woanders suchen, räumte ein: „Hier in Silverstone haben wir einen Rückschritt gemacht. Erstmals stimmte die Pace unseres Autos im Rennen wirklich nicht. Es war schwer zu fahren.“ Mehrmals landete Vettel am Sonntag neben der Strecke, besonders ein Dreher in Kurve eins kostete ihn viel Zeit. „Da haben wir eine Menge verloren, beziehungsweise die davor gewonnene Zeit wieder weggeschmissen. Denn die Strategie, früh reinzukommen, war richtig“, verteidigte Vettel Ferraris aggressive Reifentaktik. „Danach war es schwer zu überholen, wir waren nicht schnell genug, um vorbeizukommen.“ So musste Vettel gegen Felipe Massa volles Risiko gehen und schoss dabei übers Ziel hinaus.

Vettel steckte lange hinter Massa und Co. fest
Bei der Konkurrenz von Mercedes stellte man nach dem eigenen Sieg jedenfalls fest, dass von Ferrari in dieser Saisonphase erstmal keine Gefahr mehr ausgeht. „Sie haben ununterbrochen Ups and Downs“, meinte Niki Lauda, der Ferrari im Titelrennen abschreibt. „Um um die WM zu kämpfen, braucht man regelmäßig Punkte“, sagte der Österreicher. Landsmann Toto Wolff fügte hinzu: „Es sieht ganz so aus, als sei jetzt Red Bull unser Hauptgegner.“ Ex-Fahrer und Sky-Experte Martin Brundle forderte nach dem „Katastrophen-Rennen“ für Vettel derweil: „Ferrari muss jetzt mal ernsthaft über einiges nachdenken.“
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