Formel 1 im Wahlkampf
Vatanen fordert mehr Demokratie

Der ehemalige Ferrari-Teamchef Jean Todt und und Ex-Rallye-Weltmeister Ari Vatanen streiten derzeit um die Nachfolge von Max Mosley als Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA.
Der wahre Kampf in der Formel 1 spielt sich derzeit nicht auf den Rennstrecken ab, sondern im Fahrerlager. Denn das erlebt ein Schaulaufen der Kandidaten für die Wahl des FIA-Präsidenten am 23. Oktober. Ex-Ferrari-Teamchef Jean Todt (63) , Favorit des aktuellen Amtsinhabers Max Mosley, versuchte die Teamchefs bei mehreren FOTA-Treffen von sich und seinen Ideen für umweltfreundliche Technologien im Motorsport zu überzeugen. Sein Konkurrent, der finnische Ex-Rallye-Weltmeister Ari Vatanen (57) polterte mit dem Satz drauflos, er wolle die Formel 1 reinigen. Autobildmotorsport.de fragte nach, wie er das machen will.
Die Formel 1 ist derzeit wie ein Tiefkühltorte
"Die Formel 1 braucht eine Reform", sagt Vatanen. "Im Moment ist sie wie eine Tiefkühltorte. Die Positionen der Leute sind relativ festgeschrieben. Einige haben mehr Macht, andere weniger. Einige investieren viel Geld und bekommen wenig zurück. Andere investieren wenig Geld, bekommen aber ein großes Stück vom Kuchen. Das ist unfair."
Skandale sind ein Resultat der schlechten Führung

Bild: Tom Wood/RM Auctions
Deutschland ist wichtig
Seinen Konkurrenten Jean Todt vergleicht er dabei direkt mit Vorgänger Mosley: "Was mich von Jean Todt unterscheidet?", fragt der Finne: "Er ist die alte Welt, ich bin die neue." Als künftigen Vizepräsidenten für Motorsport hat Vatanen übrigens ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk (58) in sein Team berufen. Grund: "Deutschland spielt im Motorsport so eine wichtige Rolle, dass der wichtigste Posten mit einem Deutschen besetzt werden sollte." Doch nicht jeder F1-Insider sieht in Vatanens Demokratieprinzip das Heil der Königsklasse. "Die Formel 1 braucht einen Diktator", sagt beispielsweise Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve (37). "Die meisten Entscheidungen müssen zügig getroffen werden. Wenn sich erst alle Teams mit der FIA und Bernie einigen müssen, dauert das viel zu lange!"
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