Formel 1 in Japan: McLaren meldet sich zurück
Piastri-Bestzeit in Suzuka, doch Mercedes lauert

McLaren sendet in Suzuka ein erstes Lebenszeichen, doch der Blick in die Daten zeigt: Mercedes hat weiterhin die besseren Karten.
Bild: McLaren
Wird das ein Comeback der Papaya-Renner? Im zweiten Freien Training zum Großen Preis von Japan 2026 sichert sich Oscar Piastri die Bestzeit. In 1:30,133 Minuten fährt der McLaren-Pilot auf weichen Reifen an die Spitze.
Dahinter sind George Russell und Kimi Antonelli im Mercedes jeweils wenige Zehntelsekunden langsamer. „McLaren war echt schnell heute“, räumt Russell ein. „Das kam etwas überraschend. Wir müssen uns noch steigern.“
GP Japan: McLaren schneller, aber nur auf eine Runde
Die Bestzeit klingt nach einer Wiederauferstehung des Weltmeister-Teams. Doch so eindeutig wie auf dem Zeitentableau ist es nicht. Grund: Auf den Longruns zeigt sich ein anderes Bild.
Mercedes wirkt über die Distanz deutlich konstanter und schneller. Auch Ferrari mit Charles Leclerc ist im Renntrimm stärker unterwegs. Beide Roten Renner liegen hinter McLaren auf den Rängen fünf (Leclerc) und sechs (Hamilton) in Lauerstellung.

McLaren sendet in Suzuka ein erstes Lebenszeichen.
Bild: McLaren
McLaren-Teamchef Andrea Stella bremst entsprechend die Erwartungen. „Wir verlieren vor allem in den Highspeed-Kurven im ersten Sektor noch zu viel Zeit auf Ferrari und Mercedes“, erklärt der Italiener. „Verglichen mit diesen beiden Teams haben wir noch generelle Defizite beim Grip.“
Immerhin: Die Schwächen sind identifiziert. Stella: „Wir glauben, dass unser Auto eine gute Basis mit viel Entwicklungspotenzial darstellt.“
Neben der Pace bleibt die Zuverlässigkeit das große Thema bei McLaren. Lando Norris verliert im zweiten Training über 20 Minuten wegen eines Hydraulik-Problems. Zur Erinnerung: Zuletzt in China mussten beide Autos des britischen Traditionsteams bereits vor dem Rennstart passen.
Audi mit Technik-Ärger und starker Zeit
Auch bei Audi läuft der Freitag nicht ganz sauber. Gabriel Bortoleto muss schon früh wieder an die Box, später wird ein Getriebewechsel bestätigt. Trotzdem gibt es einen kleinen Lichtblick: Nico Hülkenberg fährt im Titan-Pfeil mit den vier Ringen auf Rang sieben.

Nico Hülkenberg fährt im Audi auf Rang sieben.
Bild: Audi
Ganz anders die Lage bei Red Bull: Max Verstappen kommt über Platz zehn nicht hinaus, Teamkollege Isack Hadjar bleibt sogar auf Rang 15 hängen. Für das Team ist das kein gutes Zeichen für den weiteren Verlauf des Wochenendes.
Änderung am Qualifyingformat
Kurz vorm Wochenende gibt es noch eine überraschende Änderung: Die FIA greift beim Energie-Management ein. Statt wie geplant erst später in der Saison nachzuschärfen, wird schon in Suzuka die maximal rekuperierbare Energie pro Runde von 9 auf 8 Megajoule reduziert.
Der Hintergrund: Die Fahrer mussten zuletzt zu oft vom Gas gehen, um Energie zu sammeln. Ein echtes Qualifying am Limit war dadurch kaum noch möglich. Mit der Anpassung soll das „Lift and Coast“ reduziert werden. Viel ändern wird sich laut Mercedes-Pilot George Russell aber nicht: „Es hat einen Einfluss, aber nichts Grundlegendes.“
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