Formel 1: Jubel bei Red Bulls Marko
„Verstappen kein Vettel-Klon!“

Vor dem Spanien GP wurde die Verstappen-Beförderung viel kritisiert, nun ist der Holländer GP-Sieger: Freude bei Helmut Marko und der Red-Bull-Familie.
Bild: Picture-Alliance
- Frederik Hackbarth
- Bianca Garloff
Bei einem war die Freude über Max Verstappens Sensationssieg in Barcelona besonders groß: Helmut Marko. Der Red-Bull-Motorsportberater hatte nach dem Russland Grand Prix die Entscheidung durchgeboxt, Daniil Kvyat bei Red Bull durch Max Verstappen zu ersetzen. Jetzt jubelte er im Gespräch mit ABMS: „Wie ein 18-Jähriger mit so schlechten Reifen so ein Rennen zu Ende fährt, ist unbegreiflich. Er ist etwas Außergewöhnliches.“ Alle Kritiker seiner Personalpolitik strafte der Österreicher damit Lügen. Marko gab zu: „Es war nicht ganz leicht, alle zu überzeugen, dass er da ins Auto steigt.“
So lief der Spanien GP: Verstappen gewinnt in Barcelona

Helmut Marko ist für Red-Bulls-Fahrer verantwortlich
Anders als sein Boss präsentierte sich Verstappen selbst nach dem Sieg außerhalb des Autos genauso cool wie in den anderthalb Stunden zuvor im Cockpit. „Eine Träne habe ich nicht vergossen, aber die ganze Auslaufrunde lang durchgeschrien, bis ich heiser war“, lachte der neue Shootingstar der Formel 1. Erst „fünf Runden“ vor Schluss habe ihm so langsam gedämmert, dass es mit seinem ersten Sieg klappen könnte, verriet Verstappen. „Weil Kimi (Räikkönen; d. Red.) hinter mir anfing Probleme mit den Reifen zu kriegen.“

Verstappen blieb unter Räikkönens Druck ganz cool
Während Ricciardo Frust schob, feierte im Red-Bull-Lager in Spanien aber noch einer: Carlos Sainz Jr. wurde Sechster und gratulierte nach seinem starken Auftritt im Toro Rosso als erstes seinem Ex-Teamkollegen: „Es ist toll für Max und die Red-Bull-Familie. Jetzt hoffe ich, dass ich eines Tages auch mit ihm um Siege kämpfen kann, so wie ich mit ihm um Platz acht oder den Einzug in Q3 gekämpft habe“, sagte der Spanier.

Mit Fahne: Carlos Sainz Jr. feierte P6 beim Heimspiel
Für Red Bull war der Sonntag in Barcelona also ein Erfolg auf ganzer Linie – doch auch abseits des Motorsports läuft es für die Bullen, wie Marko unterstrich: „Was für eine Woche für Red Bull!“, jubelte der Grazer. „Erst der Aufstieg in die Fußball-Bundesliga, dann zwei Eishockey-Titel. Aber der Sieg von Max hat alles überstrahlt.“ Endlich mal wieder ganz zufrieden mit einem F1-Rennen war auch Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz. Der Österreicher blieb sogar für das offizielle Teamfoto im Fahrerlager, obwohl sein Hubschrauber abflugbereit wartete. Gegenüber ABMS räumte er aber auch ein: „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Mercedes ist immer noch dominant und kann sich nur selbst schlagen. Aber dann kann die Formel 1 richtig spannend sein.“
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