Nach dem Grand Prix der Niederlande ist vor dem GP Italien, doch eine Mannschaft hat sich am Sonntagabend noch nicht auf den Weg machen dürfen: Haas. Aufgrund einer juristischen Auseinandersetzung haben die niederländischen Behörden die Transporter des Teams von Nico Hülkenberg beschlagnahmt.
Grund: eine angeblich noch ausstehende Zahlung von rund neun Millionen Euro, die Haas seinem ehemaligen russischen Hauptsponsor Uralkali schuldet. Ein Teamsprecher erklärte, dass die Zahlung bereits am Freitag angewiesen wurde.

Uralkali fordert Mazepin-Sponsorengeld zurück

Uralkali, das mehrheitlich Dimitri Mazepin gehört – dem Vater des ehemaligen Haas-Piloten Nikita Mazepin – war bis zum russischen Angriff auf die Ukraine ein wichtiger Sponsor der US-Mannschaft. Nach Beginn des Krieges trennte sich Haas von Uralkali und Mazepin. Im Juni entschied ein Schweizer Schiedsgericht, dass Haas einen Großteil der rund 13 Millionen Euro, die Uralkali zuvor bereits gezahlt hatte, zurückerstatten muss, obwohl die Kündigung des Vertrags als rechtmäßig anerkannt wurde.
Gene Haas, der Eigentümer des Teams, war deshalb extra aus den USA nach Europa gereist. Am Sonntagnachmittag versicherte er, dass "alles geregelt" sei. Doch offenbar hat Uralkali die Zahlung bisher nicht erhalten, da diese über ein Konto im Nahen Osten abgewickelt werden sollte.
Bereits am Donnerstag tauchten Gerichtsvollzieher im Fahrerlager auf, um eine einstweilige Verfügung zu vollstrecken. Am Sonntagabend machten die Behörden dann Ernst. Sollte das Team gezwungen sein, bis Dienstag in den Niederlanden zu bleiben, könnte die Teilnahme am nächsten Grand Prix gefährdet sein.