Formel 1: Kaltenborn kritisiert neue Regeln
Kostenreduktion erneut gescheitert

Seit Jahren will die F1 die Kosten eindämmen: Gelungen ist es ihr auch 2014 nicht - ganz im Gegenteil. Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn schlägt Alarm.
Bild: Getty Images
- Frederik Hackbarth
Droht der F1 bald der Totalschaden? Schlechter Sound, steigende Kosten und komplizierte Regeln: Die Saison 2014 ist gerade mal ein Rennen alt und hat nach der Disqualifikation von Daniel Ricciardo in Melbourne schon ihren ersten handfesten Skandal. Der zunächst Zweitplatzierte wurde aus der Wertung genommen, weil sein RB10 laut FIA einen erhöhten Spritdurchfluss aufwies. Bei der komplizierten Causa und dem verworrenen Regelwerk schlagen selbst Experten die Hände über dem Kopf zusammen. Die gängige Meinung im Fahrerlager: Ein Reglement im Sinne der Fans sieht anders aus!
Die NASA lässt grüßen

Monisha Kaltenborn fordert ein Umdenken - andernfalls sagt sie der F1 eine düstere Zukunft voraus.
Transparenz nicht gewährleistet
Dass dann auch noch Unterschiede im Regelwerk bestehen, beim Austausch welchen Teils ein Fahrer mit einer Rückversetzung bestraft wird und bei welchem nicht, hält Kaltenborn im Sinne der Zuschauer-Transparenz und beim Blick auf das Zusammenspiel zwischen technischem und das sportlichem Reglement für Irrsinn. „Vielleicht hätte es auch ausgereicht, wenn man einfach nur den Verbrauch reduziert hätte“, erklärt die Sauber-Chefin etwas süffisant in Bezug auf die neuen Motoren. Doch viel schlimmer noch als auf der Strecke, habe sich die Umstellung auf den Bankkonten der Teams ausgewirkt. Als Privatteam ist Sauber natürlich stets darum bemüht, die Kostenbremse zu drücken und einen Anstieg der Ausgaben zu vermeiden. Besonders vor diesem Hintergrund prangert Kaltenborn die zur Saison 2014 eingeführten und umgesetzten Maßnahmen an.
Keine Einheit unter den Teams

Für die kleinen Teams wie Sauber wird es immer schwieriger im Konzert der Großen den Kopf über Wasser zu halten.
Bald nur noch drei Rennställe?
„Wenn wir eine Änderung vornehmen, sollten wir gleich schauen, wie sich diese auf die Kosten auswirkt.“ Wie die aktuellen Beispiele zeigen, habe das nicht funktioniert. „Priorität hätte für mich eine Kostenreduktion gehabt“, sagt die 42-Jährige. Da wieder einmal das Gegenteil der Fall gewesen sei, müsse das System F1 umdenken, will es nicht einzig und allein mit ein paar wenigen Herstellerteams die Zukunft bestreiten. „Es ist doch gut, dass wir alle da sind und es nicht in einer Serie mit nur drei oder vier Rennställen endet“, weist Kaltenborn zum Abschluss mahnend auf die Daseinsberechtigung und Wichtigkeit der kleineren Rennställe für die Königsklasse hin.
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