Formel 1: Kolumne von Bianca Garloff
Ferraris Star muss die Mannschaft sein

Die Erwartungen an Ferrari sind im Kampf mit Mercedes hoch, besonders intern gibt es viel Druck. Das Team muss aufpassen, nicht in alte Muster zu verfallen.
Bild: Picture-Alliance
Drei Rennen, drei Mercedes-Siege. Und die klare Erkenntnis: Ferrari ist derzeit nicht mehr als nur zweite Kraft. Dabei war der Anspruch ein anderer. Siege sollten her und damit die Möglichkeit auf den ersten WM-Titel seit 2007. Stattdessen hat Vettel nun 22 Punkte weniger als im Vorjahr.

Marchionne (r.) übt Druck auf Arrivabene (l.) aus
Hintergrund: Die Techniker der Scuderia gaben sich in den Vorjahren oft gegenseitig die Schuld, wenn es nicht lief. „Die Chassisleute erklären, es liegt am Motor. Die Motoringenieure zeigen auf die Chassisbauer“, hatte Arrivabenes Vorgänger Marco Mattiacci uns mal in einem Interview erzählt.
In China waren Anzeichen davon erneut zu erkennen - diesmal aber auf anderer Ebene. Nach dem verkorksten Qualifying, als Sebastian Vettel gleich mehrere kleine Fahrfehler in seine schnellste Runde eingebaut hatte, trennte Arrivabene die Scuderia in drei Teile: „Das Team war nicht schuld und das Auto auch nicht“, sagte er. Bleiben ja wohl nur noch die Fahrer übrig ...

Zuletzt in China waren Ferraris Fahrer nicht fehlerfrei
Für die Medien ist das natürlich eine tolle Aussage. Der Chef schlägt sich auf die Seite der Gegner. Aber spiegelt sie wirklich das wieder, was ein Siegerteam verkörpern sollte? Dass man nämlich ZUSAMMEN gewinnt, aber eben auch verliert?

Der Jerez-Crash verhinderte 1997 einen Schumi-Titel
Vettel kennt den Mythos Ferrari längst. Wichtig wird ab jetzt, dass das Team sich nicht einschüchtern lässt von Mercedes' Überlegenheit - und dass sie der gemeinsame Kampf gegen den übermächtigen Gegner noch mehr zusammenschweißt statt trennt. Mit dem eigenwilligen Politiker Fernando Alonso ist das Ex-Teamchef Stefano Domenicali nicht gelungen. Schafft es nun Teamplayer Vettel mit Maurizio Arrivabene?
Der Kampf Mensch gegen Maschine geht weiter ...
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