Formel 1: Kolumne von Bianca Garloff
Tapferer Daniil Kvyat

In ihrer neuen Kolumne nimmt unsere Formel-1-Reporterin Bianca Garloff Sie mit ins Fahrerlager: Das erlebte sie im Vorfeld des Spanien GP in Barcelona.
Bild: Picture-Alliance
Keiner der drei Fahrer in Reihe eins der Pressekonferenz zum Spanien GP fühlte sich wirklich wohl. Der übergangene Carlos Sainz wirkte rundum sauer. Der auf Kosten von Daniil Kvyat promotete Max Verstappen war peinlich berührt. Vor allem aber Kvyat selbst saß da wie ein Häufchen Unglück.
Umso bemerkenswerter, wie der junge Russe dem medialen Druck einer proppevollen Pressekonferenz standhielt - und sogar noch für einen Lacher sorgen konnte.

Trotzdem frohen Mutes: Daniil Kvyat am Donnerstag
Überhaupt: Wer glaubte einen völlig gebrochenen Kvyat in der PK zu sehen, wurde enttäuscht. Der Russe gab sich selbstbewusst und kämpferisch. Getreu dem Motto: Jetzt erst Recht! „Im ersten Moment war es ein Schock für mich“, gab er offen zu. „Ich habe hart für das Team gearbeitet. Und ich glaube, ich hätte wenigstens eine vernünftige Erklärung verdient. Aber die habe ich nicht bekommen. Die Chefs entscheiden, was sie wollen.“
Und weiter: „Ich bin lange genug bei Red Bull. Man steht natürlich immer unter Druck. Aber ich sehe das nicht als Problem. Das kann nicht die Erklärung sein.“

Carlos Sainz und Kvyat in der PK vor dem Spanien GP
Aus Versehen bestätigte der Ferrari-Star außerdem, dass Kvyats Degradierung „nach meinen Informationen nichts mit dem Unfall mit mir zu tun hatte. Da war der Wechsel bei Red Bull doch schon beschlossene Sache.“
Tatsächlich kristallisiert sich immer mehr heraus, was ohnehin ein offenes Geheimnis war: Red Bull musste Max Verstappen befördern, um ihn vom Markt zu nehmen. Max Verstappen auf eine Frage meines Kollegen Ralf Bach: „Ich sehe keine Veranlassung einen Teamwechsel in Betracht zu ziehen. Ich bin glücklich, dass Red Bull mir diese Chance gibt.“

Max Verstappen und Kvyat haben Plätze getauscht
Ich bin sicher: Von diesem Daniil Kvyat werden wir trotz des Rückschlags noch einiges hören.
Service-Links
