Formel 1

Der neue Look für die F1 ab 2021

Formel 1: Kommentar

Verpufft die große Revolution?

Liberty Media hatte nach der Übernahme der Formel 1 große Pläne. 2021 sollte kein Stein auf dem anderen bleiben. Doch die große Revolution scheint auszubleiben.
Wie sieht die Zukunft der Formel 1 aus? Was ist aus den großen Plänen von Liberty Media geworden, 2021 eine große Revolution in der Königsklasse durchzuboxen? Viele Pläne wurden verworfen, verschoben oder verweichlicht.
Die Autos
Das Überholproblem will die Formel 1 unbedingt angehen. Seit zwölf Monaten arbeiten zehn Ingenieure an einem Konzept, dass Sportdirektor Ross Brawn in Singapur der Öffentlichkeit präsentierte. Ein Ingenieur hatte dabei die Aufgabe, auf eine hübsche Optik zu achten. Brawn: „Die Ästhetik ist uns wichtig. Wir wollen Autos, die sich junge Menschen als Poster an die Wand hängen.“ Vor allem soll aber das Überholen erleichtert werden. Die Simulationen mit Konzeptautos haben ergeben, dass sie beim Hinterherfahren nur noch 20 statt 50 Prozent Grip verlieren. Noch sind die Autos nur Konzepte, in den nächsten Monaten soll ein fertiges Reglement gegossen werden. Am liebsten würde Brawn dann die Überholhilfe DRS abschaffen.
Die Motoren
Inzwischen ist so gut wie sicher, dass in den neuen, futuristischen Formel-1-Flitzern weiterhin die aktuellen 1,6-Liter-V6-Hybrid-Turbos dröhnen werden. Die geplante Motorrevolution wird verschoben – wahrscheinlich auf 2023 oder 2024. Grund: Die Hersteller werden sich nicht einig, die neun potenziellen Neueinsteiger sind längst wieder abgesprungen. Ihnen sind die Motoren zu komplex, zu teuer und zu wenig rennfreundlich. Die aktuellen Hersteller wollen daran aber festhalten.
Die Budgetobergrenze 
Liberty Media ist es auch ein Dorn im Auge, dass in den letzten 111 Rennen nur drei Teams einen Grand Prix gewinnen konnten. Das kennen sie aus Amerika ganz anders. Im US-Pendant, der IndyCar, holten die drei Topteams zwar auch 80 der letzten 111 Siegerpokale, aber insgesamt konnten neun verschiedene Mannschaften gewinnen. Um die Chancen für Mittelfeldteams zu erhöhen, soll eine Budgetobergrenze eingeführt werden. Geplant waren 150 Millionen Dollar (130 Millionen Euro) für 2021. Inzwischen wurde der Plan verweichlicht: 150 Millionen Dollar werden es erst 2023, noch 200 Millionen sind es 2021.
Die Geldverteilung
Die Geldverteilung in der Formel 1 ist höchst ungleich geregelt. Ferrari streicht für die Saison 2017 stolze 166 Millionen Euro ein, Sauber aber nur 39 Millionen. Allein der Bonus für Ferrari (93 Millionen) ist höher als die Einnahmen, die Sauber, Force India oder Haas im Falle eines WM-Titels (82 Millionen) einnehmen würden! Doch bisher gibt es keine Details, wie die Geldverteilung 2021 aussehen wird.

Der neue Look für die F1 ab 2021

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Die Strategiegruppe 
Auch die Tatsache, dass die Topteams am Reglement mitarbeiten, verschafft ihnen einen unfairen Vorteil. Sie boxen Regeln durch, die ihnen in die Hände spielen, nicht den Hinterbänklerteams. Weil sie sich aber in dieser regelausarbeitenden Strategiegruppe auch untereinander kaum einigen können, lähmt sie beim Regelfindungsprozess. Doch noch immer sind keine Pläne vorhanden, wie die Strategiegruppe aufgelöst und ersetzt werden könnte. Im Gegenteil: Die Tatsache, dass sich wegen fehlender Übereinkunft das Motorreglement auf mindestens 2023 verschieben wird, zeigt, dass die Strategiegruppe nach wie vor zu mächtig, aber blockierend ist.
Das sportliche Reglement 
Auch sämtliche Ideen für eine sportliche Aufwertung der Rennen sind verworfen. Egal, ob drei Autos nebeneinander in der Startaufstellung, ein Qualifikationsrennen oder eine Verkürzung der Renndistanz. Nichts ist bisher spruchreif.
Fazit
Die Formel-1-Revolution scheint in der Tat zu verpuffen. Viele wichtige Punkte sind noch offen, werden verschoben, verweichlicht oder verworfen. Die Formel 1 wird trotzdem besser: Die neuen Autos werden das Überholen erleichtern und für spannendere Rennen sorgen. Die Formel 1 öffnet sich außerdem digital und will vermehrt durch Demofahrten in Städten wie zuletzt in Mailand oder London die Formel 1 zu den Fans bringen.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture Alliance / Hersteller

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