Formel 1: Kommentar von Bianca Garloff
Bianchi ist nur das Opfer

Die AUTO BILD MOTORSPORT Reporterin berichtet in ihrer Kolumne vom Geschehen im Fahrerlager: In Russland ist weiter der Bianchi-Unfall das Thema.
Bild: Getty Images / Rosberg / BG
Es ist nichts mehr so wie vorher. Der schwere Unfall von Marussia-Pilot Jules Bianchi (25) hat tiefe Spuren hinterlassen. Es ist, als fehle die Sonne im Fahrerlager von Sotschi. Dort findet am Sonntag der erste Große Preis von Russland in der Formel-1-Geschichte statt, der auch ohne den fatalen Crash des Franzosen schon umstritten genug ist. Im Moment herrscht noch die Schockstarre wegen Bianchi. Die politischen Diskussionen, ob es rechtens ist Präsident Putin durch den von ihm gewollten Grand Prix weltweit eine Bühne zu bieten, sind in den Hintergrund gerückt. Die Fahrer laufen mit ernstem Gesicht zwischen Teamunterkünften und Boxen hin und her, geben mit betretenen Mienen Interviews.

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Bianchi soll das Heck verloren haben. Der Gegenpendler hat ihn dann offenbar frontal und ungebremst in Richtung Bergungstraktor geschickt. Die Schlussfolgerung: Das passiert nur, wenn der Fahrer nicht stark genug vom Gas geht. Sie erreichen mit ihren Spekulationen genau das, was der Weltverband zu verhindern suchte. Sie verbreiten die Erkenntnis, dass der arme Jules selbst Schuld ist an seinem brutalen Schicksal. Dabei verraten auch Streckenkameras nur die halbe Wahrheit. Wer sagt denn, ob wirklich alles stimmte mit seinem Marussia? Ob nicht ein plötzlicher Leistungsschub oder ein festhängendes Gaspedal den Gegenpendler verursacht hat?

Reporterin Bianca Garloff berichtet von den Rennstrecken dieser Welt
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