Ist Nico Rosberg 2016 besser als in den Jahren zuvor? Hat er deshalb drei Rennen vor Ende der Weltmeisterschaft 26 Punkte Vorsprung auf seinen Teamkollegen Lewis Hamilton, der den internen Titelkampf bei Mercedes 2014 und 2015  für sich entschied? Das sind nicht nur die Fragen, die sich Fans und Insider gleichermaßen stellen. Auch Lewis Hamilton musste sie in Mexiko beantworten. Die Antwort des Briten gegenüber Sky England war kurz und prägnant: "Nein. Ich hatte in dieser Saison bloß mehr Probleme." Zack! Manchmal sagen wenige Worte mehr als eine Anreihung von albernen Satzhülsen.
Hamilton
Lewis Hamilton hält sich sowieso für die Nummer eins
Vor allen Dingen ist die Antwort Hamiltons ehrlich. Sie zeigt, was er wirklich denkt. Nämlich: Ohne den Motorschaden von Malaysia, die Hybridprobleme von Shanghai und Sotschi, ohne die Strafversetzung in der Startaufstellung von Spa (wegen unerlaubtem Motorwechsel) wäre er selbst in der WM-Wertung vorne. Es stimmt: Er hätte mindestens 35 Punkte mehr auf seinem Konto.
Trotzdem ist es nur die halbe Wahrheit. Denn zu dem Pech Hamiltons kam ein Rosberg dazu, der sich im Vergleich zu den Vorjahren in der Tat verbessert hat. Er besann sich 2016 nicht nur auf seine analytischen Fähigkeiten. Er hatte nicht nur die besseren Starts. Er beschloss auch aggressiver dagegenzuhalten, wenn es auf der Strecke in den Zweikampf ging.
Rosberg
Schon neun Saisonsiege 2016: Rosberg war nie besser
Dreimal nur kam es in dieser Saison zu Rad-an-Rad-Duellen zwischen Hamilton und Rosberg: Dreimal gab es Ärger. In Barcelona krachten sich beide gegenseitig ins Aus, in Montreal schob Hamilton Rosberg ins Gras und in Österreich lenkte Rosberg Hamilton ins Auto, als der ihn kurz vor Schluss überholen wollte. Hamilton gewann und Rosberg wurde Vierter statt sicherer Zweiter. Das Resultat eines knallharten Fahrstils - auch auf Seiten von Nico Rosberg.
Fest stehen damit zwei Dinge: Ja, Rosberg wäre ein würdiger Weltmeister! Aber: Hamiltons überlegene Poleposition in Mexiko zeigte ebenfalls wieder: Der Deutsche braucht auch das Pech des "Speedmonsters" Hamilton, um ihn über eine Saison hinweg schlagen zu können.