Formel 1: Die besten Bilder vom Russland GP

Formel 1: Kommentar zu Ferrari

Soll Vettel für Leclerc bremsen?

Ferrari sorgt mit Absprachen und Anweisungen via Funk für großen Zoff in Sotschi - und schadet sich damit nur selbst. Kommentar von Bianca Garloff.
Mercedes-Sportchef Toto Wolff hat es bereits nach Singapur prophezeit: Der Stallkrieg zwischen Sebastian Vettel und Charles Leclerc bei Ferrari wird Fahrt aufnehmen.
Gesagt, gleich ein Rennen später hat Ferrari alles dafür getan!
Beim Großen Preis von Russland in Sotschi wollte die Scuderia nach Drehbuch fahren. Der Plan von Regisseur (Teamchef) Mattia Binotto: Am Start sollte Vettel mit Hilfe von Leclercs Windschatten Lewis Hamilton kassieren. Anschließend wollte Ferrari das Rennen von vorne kontrollieren.
Was der Kommandostand dabei vergaß: die Unberechenbarkeit des Sports und den Ehrgeiz seiner Aktiven. Denn es kam, wie es kommen musste. Vettel brauchte Leclercs Windschatten gar nicht, um Hamilton zu kassieren. Stattdessen war er so gut weggekommen, dass der Windschatten seines Teamkollegen ihn schon vor der Bremszone auf Platz eins katapultierte.
Heißt auch: Vettel war einfach schneller. Trotzdem hielten Ferrari und der rote Kronprinz stoisch am Plan fest. Das ging soweit, dass man Vettel bewusst einbremste, um den Monegassen in Front zu bringen.
Jetzt sei mal dahingestellt, wer sich hier an welche Absprachen nicht gehalten hat. Ist das noch Racing? Legt Ferrari jetzt schon vor dem Start fest, wer ihn und/oder das Rennen gewinnen darf und wer nicht?

Vettel mit dem Ausfall - aber Ferrari mit dem Schaden

Ich sage: Es ist nicht nur arrogant zu glauben, dass so etwas geht. Es ist auch Betrug am Fan, an der Formel 1 und am Sport an sich. Wie oft haben wir Mercedes kritisiert, wenn Lewis Hamilton mal wieder Vorfahrt bekam. Aber immerhin kämpfte der Brite da (meistens) um die WM gegen ein anderes Team.
Ferrari hat die Meisterschaft 2019 aber schon in der ersten Saisonhälfte verloren. Jetzt geht es um die Ehre. Für ihre beiden Piloten. Doch die Scuderia agiert alles andere als ehrenhaft, wenn sie einen vierfachen Weltmeister opfert, um den neuen Shootingstar - koste was wolle - nach vorne zu bringen.
Soll Vettel wirklich jetzt schon für Leclerc bremsen?
Wie muss er sich denn nun fühlen? Hat den besseren Start, fährt dem Teamkollegen auf und davon und wird dann vom eigenen Team nicht erhört.
Klar, zu beweisen ist die Vettel-Verarsche nicht. Angeblich wollte man ihn länger draußen lassen, um ein mögliches Safetycar zu covern, erklärte Binotto hinterher. Der Tausch sei keine Absicht gewesen. Ganz ehrlich: Man muss noch nicht mal Experte sein, um zu sehen, dass die Taktik geplant war.
Überhaupt: Für mich ist das alles eine Nonsens-Diskussion. Lasst die Piloten frei fahren! Lasst sie das unter sich ausfechten! Lasst sie Helden sein! Und enteiert sie nicht durch Stallregie am Kommandostand!
Trotzdem: Die Politik bei Ferrari wird weitergehen. Eins haben Leclerc und leider auch Binotto jetzt nämlich schon geschafft: Bei der internationalen Presse ist Vettel mal wieder der Buh-Mann, der sich an eine Absprache nicht gehalten hat. Immerhin: Die Fans sehen das anders. Sie wählten ihn zum Fahrer des Rennens.

Fotos: Picture-Alliance

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