Formel 1: Die besten Bilder vom Kanada GP

Formel 1: Kommentar zur Vettel-Strafe

Verständnis für Vettel

Die überharte Strafe gegen Sebastian Vettel beim Kanada GP erhitzt die Gemüter - zu Recht, wie Reporter Ralf Bach in seinem Kommentar findet.
Was hätten die vier Rennkommissare von Montreal gemacht, wären sie im Alten Testament für den Kampf David gegen Goliath zuständig gewesen? Sie hätten ganz sicher den tapferen David disqualifiziert, weil er gegen den übermächtigen Riesen eine Steinschleuder als Hilfsmittel benutzt hatte. Das Volk hätte gepfiffen, David die Strafe und damit die ganze Welt nicht mehr verstanden.
In Montreal war Sebastian Vettel mit seinem Ferrari der David und beide hatten auf der Strecke den Goliath Mercedes geschlagen. In den sechs Rennen vor dem Großen Preis von Kanada war das noch keinem gelungen. Da sind immer die Goliaths von Mercedes als Erster über die Ziellinie gefahren.

Stinksauer: Vettel holte sich sein 1er-Schild doch noch

Sebastian Vettel fühlte sich als Sieger, deshalb gingen ihm nach seiner Fünf-Sekunden-Strafe und dem "Sieg, den man ihm gestohlen hat" die Emotionen durch. Emotionen! Ist das nicht, was jeder sehen will?
Sportler, die ihr Visier herunterlassen. Die ihre Gefühle zeigen. Die sich trauen, anzuecken. Umso befremdender ist es, dass ausgerechnet RTL-Experte Christian Danner kein Verständnis für Vettels Emotionen zeigte.
Ich schließe mich lieber der Meinung ehemaliger Weltmeister an. Die zeigten allesamt Verständnis für Vettel, aber keins für die Kommissare. Für Nigel Mansell war die Entscheidung einfach nur "lächerlich." Für Jenson Button war die Strafe "unnötig". Jacques Villeneuve schüttelte verständnislos den Kopf: "Vettel hatte keine Wahl, er hatte alle Hände voll zu tun, um das Auto auf der Straße zu halten. Lewis sah das, aber anstatt links zu fahren, wählte er die falsche Spur. Selbst schuld."
Was ihn und mich am meisten ärgert: 2016 in Monaco schnitt Hamilton Daniel Ricciardo nach einer ähnlichen Situation im Duell den Weg ab (s. Video). Allerdings im Gegensatz zu Vettel mit Absicht. Er wurde nicht bestraft...
Villeneuve bringt es auf den Punkt. Die Formel 1 macht sich unglaubwürdig, wenn sie den Davids die Siege wegnimmt und dafür sorgt, dass die Goliaths immer gewinnen. Selbst wenn sie nicht als Erster über die Ziellinie fahren.
Mein Appell an die F1-Macher: Lasst die Helden ihre Kämpfe auf der Strecke austragen und mischt Euch nur im Notfall ein! So wie früher, als der Sport noch ein Sport für echte Männer war. Oder ist Ayrton Senna etwa bestraft worden, als er sich 1990 an Alain Prost rächte und ihn gnadenlos abräumte? Hat man bei René Arnoux und Gilles Villeneuve eingegriffen, als sie sich 1979 in Dijon gegenseitig von der Strecke fuhren?
Nein. Das wäre auch unnötig gewesen. Denn damals waren Zweikämpfe noch erwünscht.
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Autor: Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance / F1 TV

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