Bereits vor dem Großen Preis von Belgien in Spa hatte Ex-Weltmeister Nico Rosberg Ferrari geraten: "Es wird langsam Zeit, Leclerc zur Nummer 1 zu machen und Vettel zur Nummer 2." Anlass war Vettels Rückstand von rund 0,7 Sekunden auf seinen Teamkollegen im Qualifying - und dass Leclerc schon zum sechsten Mal in Folge das Quali-Duell für sich entschied (s. unten).
Im Rennen machte Ferrari Rosbergs Rat wahr. Vettel musste Leclerc passieren lassen. Hintergrund war der Fakt, dass die Scuderia Vettel vor Leclerc zum Reifenwechsel an die Box holte, und ihm so einen Undercut ermöglichte. Mit dem Rücktausch der Positionen zahlte man Leclerc den Nachteil zurück.
Trotzdem: Vettel war auch im Rennen langsamer als Leclerc. So klar, dass sogar Lewis Hamilton seinen Glauben an den Vierfach-Champion verliert und Leclerc offen lobt: "Er bügelt einen Vierfachweltmeister im Qualifying, er bügelt ihn im Rennen und ist grundsätzlich schneller. Ich denke, das spricht für sich. Ich freue mich auf weitere Duelle mit ihm."
Wenig Freude kommt hingegen bei Vettel auf. Lediglich dem ersten Saisonsieg Ferraris kann er am Sonntag etwas Positives abgewinnen: "Das ist gut fürs Team nach einer langen Durststrecke und schön für Charles. Für ihn ist es ein besonderer Tag", sagt Vettel. 
"Aber klar, der eigene Eindruck ist der, der am stärksten durchklingt und natürlich bin ich mit meiner Leistung heute nicht zufrieden. Offensichtlich steckte mehr im Auto."
Vettel
Auch im Duell mit Mercedes zog Vettel den Kürzeren

Doch warum konnte Vettel die Pace Leclercs nicht mitgehen? Vettel: "Ich rutsche mehr, aber ich weiß nicht warum." Die Folge: "Ich hatte heute große Probleme im Umgang mit den Reifen, die sind bei mir zu schnell durchgegangen. Allgemein habe ich mich einfach schwer getan, nicht das Gefühl fürs Auto gehabt und nicht den Grip gefunden."
Ferrari-Teamchef Mattia Binotto erklärt mit Blick auf den Abstand zwischen seinen Fahrern: "Wir kennen den Grund dafür noch nicht. Definitiv hat es mit Reifenabbau zu tun. Vielleicht liegt es am Setup. Aber wir müssen das noch untersuchen."
Immerhin: Im Rennen macht sich die Scuderia die Not zur Tugend, setzt Vettel mit dem frühen Boxenstopp taktisch als Bremsklotz gegen Hamilton ein. "Wir mussten reagieren, um Lewis abzufangen", gibt der Deutsche zu. "Der Stopp war also mehr, um für Charles herzuhalten. Von da an war ich mehr in der Helferrolle als mein eigenes Rennen zu fahren. Dann ging's darum, die beiden Mercedes so viel wie möglich aufzuhalten und dem Team damit zu helfen."
Vorwürfe macht er Ferrari deshalb aber keine: "Der Speed war ja auch nicht da bei mir. Ich habe jetzt ein paar Hausaufgaben zu erledigen." 
Am liebsten schon nächste Woche beim Scuderia-Heimspiel in Monza will nun auch er seinen ersten Saisonsieg. Vettel: "Es ist ein großes Wochenende für uns und wir haben heute gesehen, dass wir auf dieser Art Strecke stark sind."
So steht es im internen Duell zwischen Vettel und Leclerc - der Überblick über alle Teams in der Bildergalerie:

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