Dicke Luft beim Hinterbänkler-Team der Formel 1: Robert Kubica fliegt nach Fahrfehler im Suzuka-Qualifying ab - danach macht der Pole jedoch seinem Rennstall Vorwürfe. "Es ist ein verdammter Witz", flucht Kubica noch aus dem Cockpit heraus am Funk. Grund für seinen Ärger: der neue Williams-Frontflügel, den er im Qualifying nicht einsetzen durfte.
Nach den Freitagstrainings, in denen Kubica den neuen Flügel ausprobierte, war der Pole "zum ersten Mal seit langem" zufrieden mit seinem Auto. Mit viel Selbstvertrauen ging er ins verschobene Sonntags-Qualifying, berichtet Kubica. Doch in diesem fühlte sich sein Auto auf einmal ganz anders und "seltsam" an.
Williams
Anderes Fahrgefühl: Kubica flog prompt im Quali ab
"Wir hatten etwas abgemacht, aber am Sonntagmorgen haben sich die Dinge aus irgendwelchen Gründen geändert. Vorm Qualifying wurden Entscheidungen getroffen, ohne mich darüber auch nur zu informieren. Das finde ich nicht richtig", sagt der Pole.
Denn fürs Zeittraining wurde der Flügel von Kubicas Auto wieder abmontiert. Grund: aktuell hat das Team nur ein Exemplar davon, auch war laut Williams in Japan immer nur ein Testeinsatz des neuen Teils geplant. Insgesamt ist die Teilenot beim aktuell Letzten der Konstrukteurs-WM ein Reizthema für Kubica: Schon zuletzt beim Russland GP in Sotschi wurde er angewiesen, das Auto abzustellen, weil Williams das Material schonen wollte.
Mit Blick auf den jüngsten Vorfall in Japan erklärt Kubica: "An diesem Morgen wurden womöglich einige Grenzen überschritten. Aber ich will mich nicht beschweren. Noch 20 Sessions bis zum Ende des Jahres." Spätestens dann endet die angeknackste Beziehung von Kubica und Williams ohnehin.

Von

Frederik Hackbarth