Liam Lawson macht keine Gefangenen, wenn es um seine Zukunft in der Formel 1 geht – und damit auch um das Cockpit von Sergio Perez bei Red Bull. Ausgerechnet beim Heimrennen des Mexikaners am vergangenen Sonntag gerät Lawson mit Perez auf der Strecke aneinander.
Im Duell um Platz zehn drängt der Red Bull den Racing Bull zunächst von der Strecke. Lawson kontert, fährt Perez in die Seite und zerstört dabei dessen Seitenkasten. Später die Retourkutsche: Als beide aufgrund unterschiedlicher Strategien erneut aufeinandertreffen, blockiert der Mexikaner den von hinten auf frischen Reifen heranstürmenden Lawson.
Als Antwort hat der Neuseeländer beim Überholen wiederum einen Stinkefinger parat.
Perez kritisiert Lawson
Liam Lawson kämpft mit harten Bandagen gegen Sergio Perez.
Bild: Red Bull Content Pool
Doch damit nicht genug: Perez ist nach Platz 17 schwer angezählt und schießt verbal gegen seinen möglichen Nachfolger. „Wenn man in die Formel 1 kommt, ist man natürlich sehr hungrig, aber man muss auch Respekt haben - auf und neben der Strecke“, wettert er. „Ich glaube nicht, dass er die richtige Einstellung hat. Er muss ein bisschen bescheidener werden. Ich halte ihn für einen großartigen Fahrer und hoffe für ihn, dass er einen Gang zurückschalten und daraus lernen kann.“
Auch von den Bossen bekommt Lawson einen Klaps auf die Finger – obwohl diese Art des Rennfahrens eigentlich genau das ist, was Chefberater Helmut Marko sehen will. Trotzdem sagt der Grazer: „Das war eine unnötige Kollision mit dem Schwesterteam. Da müssen wir anders miteinander umgehen.“
Entschuldigung für Mittelfinger-Geste
Lawson zeigt sich denn auch einsichtig: „Ich hätte das nicht tun sollen und entschuldige mich dafür“, stellt er klar, nur um dann auch verbal seine Kämpfer-Qualitäten unter Beweis zu stellen: „Er hatte eine halbe Runde lang nichts Besseres zu tun, als mich zu blockieren. Er hat versucht, mein Rennen zu ruinieren, deshalb war ich sauer. Aber das ist keine Entschuldigung. Das entspricht nicht meinem Charakter und so etwas sollte man nicht tun.“
Fest steht: An diesem Liam Lawson werden die Formel 1 und Red Bull noch ihre Freude haben.