Ist es ein letztes Aufbäumen von Kimi Räikkönen? Der Finne startet am Sonntag in den Großen Preis von Österreich als Dritter, ist im Qualifying lange Zeit der beste Ferrari auf Rang zwei und hat am Ende nur zwei Zehntelsekunden Rückstand auf Teamkollege Sebastian Vettel - bevor dieser eine Strafversetzung erhält.
Ferrari
Spricht Vettel hier mit seinem neuen Teamkollegen?
Es ist Räikkönens Antwort auf Spekulationen, er werde 2019 durch Charles Leclerc ersetzt. Das berichten übereinstimmend italienische Medien und den Trend kann auch AUTO BILD MOTORSPORT bestätigen. Demnach wird Leclerc einen Zweijahresvertrag bis Ende 2020 bekommen. Der Monegasse überzeugte dieses Jahr schon mit vier Punkteplatzierungen im Alfa-Romeo-Sauber und gilt als Mega-Talent der Zukunft. Im Zeittraining von Spielberg fuhr er auf Rang 13, war fast eine halbe Sekunde schneller als Sauber-Teamkollege Ericsson.
Für Leclerc spricht auch: Teamchef Maurizio Arrivabene persönlich hievte ihn Anfang 2015 in den Ferrari-Juniorkader, hielt schon damals große Stücke auf ihn. Und: Auch die emotionale Bindung an die Italiener ist groß. Denn Leclerc gilt als Schützling des 2014 in Suzuka tödlich verunglückten Jules Bianchi. Der Franzose war ebenfalls im Ferrari-Juniorkader und hätte 2016 eigentlich Vettels Teamkollege bei den Italienern werden sollen.
Ferrari
Kimi Räikkönens Ferrari-Tage scheinen gezählt
Eine rundum schöne Story. Doch nicht alle sehen einen frühen Wechsel Leclercs zu Ferrari positiv. Dazu gehört auch Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve, immerhin Sohn einer Ferrari-Legende. Zu AUTO BILD MOTORSPORT sagt er: „Ich finde es zu früh. Damit riskiert Ferrari einerseits Leclerc zu verbrennen, wenn er gegenüber Sebastian Vettel abfällt. Andererseits verzichten sie auf einen zweiten erfahrenen Entwicklungspiloten, der Kimi Räikkönen derzeit ganz sicher ist. Wenn Sebastian den Ferrari nächstes Jahr alleine entwickeln muss, ist das ein Nachteil. Ich würde Leclerc noch ein Jahr geben, in dem er sich weiterentwickeln und lernen kann.“
Villeneuve begründet das auch damit, dass Ferrari keinen Druck hat, sich den schnellen Monegassen zu sichern. „Er ist doch sowieso in Ferraris Juniorkader und hat einen bestehenden Vertrag. Deshalb besteht kein Grund ihn überstürzt ins A-Team zu holen. Denn bislang weiß man noch nicht, wie gut er wirklich ist. Er hat allein Ericsson als Messlatte.“