In Singapur hat Sebastian Vettel einen der wichtigsten Siege seiner Ferrari-Karriere gefeiert und einen Befreiungsschlag im Duell mit seinem aufstrebenden Teamkollegen Charles Leclerc. Dass der vermeintliche Kampf um den Nummer-1-Status bei Ferrari zuletzt so im Mittelpunkt stand, gefällt Vettel aber überhaupt nicht. "Generell ist es so, dass niemand größer ist als Ferrari. Nicht einmal Michael Schumacher war das, und der war sehr groß", erklärt der Deutsche vor dem Russland-GP am Sonntag.
Für Vettel ist mit Blick auf die letzten Wochen klar: "Ich habe mich nie als Nummer 2 gesehen. Jedes Mal, wenn ich ins Auto steige, freue ich mich auf meine Aufgabe und will ich das Beste geben. Manchmal klappt das, manchmal nicht."
Vettel
In Singapur war Leclerc sauer: Vettel kann's verstehen
Den von vielen Medien kolportierten Streit mit Leclerc hat es laut Vettel nie gegeben. "Er hat mir nichts vorgeworfen. Ich kann seinen Unmut aber nachvollziehen", erklärt Vettel. "Wir beide wollten den Sieg, aber nur einer kann gewinnen. Es liegt in der Natur des Sports, dass der andere dann enttäuscht ist."
Auch mit Blick auf den Zwist am Funk nimmt Vettel seinen jungen Teamkollegen in Schutz: "Natürlich war Charles sehr feurig, ich finde aber, es wird auch viel überinterpretiert. Dass wir in der Hitze des Gefechts emotional sind, ist normal, das muss auch so sein." Intern aber verlaufe die Kommunikation "viel ruhiger", betont Vettel.
Leclerc bestätigt das am Donnerstag in Sotschi, gibt sich reumütig. "Es gab zu keinem Zeitpunkt Probleme mit Sebastian", sagt der Monegasse und ordnet seine Reaktion während des Singapur-GP als "überzogen" ein. "Das zeigt nur, dass ich noch viel zu lernen habe. Es wird nicht wieder vorkommen. Das Team hatte recht, die Strategie war die richtige", so Leclerc.
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