Formel 1: Lewis Hamilton im Pech
Mercedes fliegt neue Motorteile ein

Lewis Hamilton scheidet im Sotschi-Qualifying mit gleichem Defekt vorzeitig aus wie in China. Experte Timo Glock glaubt an große Aufholjagd im Rennen.
Bild: Paolo Filisetti / Picture-Alliance
- Bianca Garloff
- Frederik Hackbarth
Lewis Hamilton hat das Pech derzeit gepachtet. Nach seinem vorzeitigen Aus in der Qualifikation von China musste der amtierende Weltmeister auch in Russland nach Ende von Quali-Abschnitt zwei seinen Mercedes abstellen. Zufall oder böse Absicht? Langsam wird das ein Fall für die Verschwörungstheoretiker. Denn während bei Hamilton wie schon in China der Wärmegenerator (auch MGU-H genannt, der Elektromotor-Generator, der sich aus dem Abgasstrahl speist) überhitzte, rast Rosberg problemlos von Pole zu Pole.
So lief das Qualifying in Russland: Hamilton erneut mit Motorproblem
"Eine sehr bizarre Situation", gibt auch Mercedes-Sportchef Toto Wolff zu: "Es scheint der gleiche Fehler zu sein wie in China." Da gelangten Teilchen der MGU-H-Isolierung ins Ölsystem und richteten potenziell Schäden am Turbolader und der Benzinpumpe an. Die Pumpe kann straffrei getauscht werden, aber von den anderen beiden Teilen sind pro Jahr nur fünf erlaubt.

Frust pur: Hamilton steigt schon nach Q2 aus
Allein: Einen Grund für den Defekt konnte Mercedes bislang nicht ausmachen. Man vermutet, dass Hamiltons Chassis minimal stärkere Vibrationen verursacht als das von Rosberg.
Warum mit Turbo und Wärmemaschine aber jeweils gleich zwei wichtige Antriebsteile betroffen waren? Die MGU-H sitzt bei Mercedes auf einer Welle zwischen Turbine und Kompressor. Die Turbine bezieht ihre Energie aus dem Restdruck der Abgase und treibt den Verdichter an, der die Ansaugluft des Motors komprimiert. Zwischengeschaltet ist die MGU-H, die unter anderem dafür sorgt, dass das traditionelle Turboloch geschlossen wird. Überschüssige Energie gibt sie direkt an den anderen Elektromotor weiter, der die Kurbelwelle beschleunigt.

Gemischte Gefühle bei Toto Wolff nach dem Qualifying
Hamilton versucht indes cool zu bleiben, als er erklärt: "In Q2 habe ich am Ende wieder Power verloren. Es gab nichts, was ich dagegen machen konnte. Ich gebe nie auf." Doch der Weltmeister wirkt angeschlagen. Wie er sich nun fühlt? "Vielleicht trifft es 'hilflos' am besten", sagte er am Abend in Sotchi. "Denn ich arbeite wirklich hart mit meinen Technikern und Mechanikern, um alles richtig zu machen. Der Wagen lief toll, und dann aus heiterem Himmel nochmal ein solcher Schaden."

Düstere Miene: Lewis Hamilton hat zur Zeit kein Glück
RTL-Co-Moderator Timo Glock glaubt dennoch, dass der Dreifach-Weltmeister sich nach vorne arbeiten kann. Glock: "Mit dem Speed, den Mercedes hat, kann Lewis es noch aufs Podium schaffen. Der Ferrari von Vettel wird seine größte Baustelle werden."
Service-Links