Formel 1: Massa vor Brasilien GP
Letztes Heimspiel des Sekundenchamps

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Für Felipe Massa wird der Brasilien GP der Abschied vor seinen Fans. Eine Karriere, die einen der tragischsten Titelmomente schrieb, steht vor dem Ende.
Bild: Picture-Alliance, Felipe Massa
Es wird Tränen geben. „Das wird ein sehr besonderes Wochenende für mich“, sagt Felipe Massa am Donnerstag. Als erster durfte er reden bei der hochkarätig besetzten Pressekonferenz zum Großen Preis von Brasilien in São Paulo, seinem Heimrennen. „Das ist der Ort, an dem ich auf der Tribüne stand und Ayrton Senna und Nelson Piquet angefeuert habe. Ich werde dieses Rennen definitiv vermissen, wenn ich die Jungs nächstes Jahr hier fahren sehe“, betonte er.

Massas vorletzter GP wird der letzte vor seinen Fans
Er wäre der erste Brasilianer auf dem Weltmeister-Thron nach Senna gewesen. Seit 1991 wartet Brasilien auf seinen nächsten Campeão do mundo. Massa wird es nicht mehr, Massa tritt nach dieser Saison als Formel-1-Pilot ab. 250 Grand Prix wird er dann bestritten haben. Der am 2. November 2008 dürfte als der emotional heftigste in der Erinnerung des immer eher sensibel anmutenden Piloten aus São Paulo bleiben. Ein Punkt entschied zu Massas Ungunsten.

Mit dem alten Rivalen: Hamilton posiert mit Massa
Und er wird seine Emotionen auch kaum zurückhalten können, wenn es nun in seinem 249. Formel-1-Rennen zum Abschied von seinen Fans kommt. Nur dass es diesmal Wehmut sein wird, keine Bitterkeit. „Ich bin aber sehr stolz auf meine 15 Jahre in der Formel 1. Ich hatte eine fantastische Zeit.“Er sei immer ein großartiger Fahrer gewesen, meinte Hamilton. „Diese harten Duelle mit ihm, auch über 2008 hinaus, waren ein Privileg für mich. Die Formel 1 wird ihn vermissen, keine Frage.“ Massa habe der Formel 1 viel gegeben, meinte Sebastian Vettel: „Er ist ein klasse Typ. Du schaust ihn an und du lächelst.“

Glück im Unglück: Massas Crash in Ungarn 2009
Seine schlimmsten Stunden und Tage erlebte er aber im Sommer 2009. In der Ungarn-Qualifikation krachte eine Stahlfeder an seinen Helm. Sie hatte sich vom Wagen seines Landsmanns Rubens Barrichello gelöst. Massa wurde schwer am Kopf verletzt, nach einer Operation wurde er ins künstliche Koma versetzt. Das linke Auge war besonders schwer verletzt worden. 2010 kam Massa zurück. Seit drei Jahren fährt er nun für das britische Traditionsteam Williams. Nach Brasilien steigt er in Abu Dhabi am 27. November endgültig aus.
Er fuhr seit seinem Einstieg 2002 immer wieder an der Seite von Weltmeistern: Jacques Villeneuve, Schumacher, Alonso, Kimi Räikkönen. Massa werden elf Siege und vermutlich 41 Podiumsplätze bleiben. Und die Erinnerung, sich doch nur für Sekunden wie ein Weltmeister gefühlt haben zu können. (fh/dpa)
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