Der einstige FIA-Präsident Max Mosley ist im Alter von 81 Jahren verstorben. Das bestätigte unter anderen der Automobilweltverband am Montagabend.
„Der Tod von Max Mosley macht mich tief traurig“, twitterte der amtierende FIA-Präsident Jean Todt. Als FIA-Präsident setzte er sich 16 Jahre lang stark für die Verbesserung der Sicherheit auf den Rennstrecken und Straßen ein. Die Gesamte FIA-Community zollt ihm Tribut.“
Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone (90) sagte der BBC: „Es ist wie der Verlust eines Familienmitglieds, wie der Verlust eines Bruders.“
Max Mosley mit Michael Schumacher und Bernie Ecclestone
40 Jahre lang waren die beiden Briten die Macher der Formel 1. Mosley wurde als Mitbegründer des Teams March Teil der Königsklasse. Von 1993 bis 2009 war er Präsident des Automobil-Weltverbands.
Nach dem Horror-Wochenende von Imola 1994, als Ayrton Senna und Roland Ratzenberger starben, setzte er sich für die Entschärfung der Rennstrecken und sicherere Rennwagen ein. Ende der 2000er Jahre plädierte er zudem für einen Kostendeckel in der Formel 1, der heute Realität ist.
Mosley, Sohn eines faschistischen englischen Politikers, war allerdings auch höchst umstritten. 2008 sorgte das britische Boulevardblatt „News of the World“ für einen Skandal, als es ein Video an die Öffentlichkeit brachte, das Mosley in eindeutiger Pose mit Prostituierten in Häftlings-Kleidung zeigte. Die juristische Auseinandersetzungen konnte er gewinnen.
Seiner Karriere bei der FIA schadete die Affäre nicht. Mosley wurde bei einem Misstrauensvotum in seinem Amt bestätigt. Nach Ablauf seiner Amtszeit 2009 verzichtete er indes auf eine neue Kandidatur. Mosley litt an Krebs.

Von

Bianca Garloff