Der fliegende Holländer ist 2022 nicht zu bremsen. Zuletzt in Monza holte Max Verstappen seinen fünften Sieg in Folge. Der sechste könnte ihm schon an diesem Wochenende in Singapur den zweiten WM-Titel einbringen.
Und zwar so: Wenn Verstappen seinen ersten Erfolg beim Nachtrennen in Südostasien und dazu den Punkt für die schnellste Rennrunde holt, Ferrari-Rivale Charles Leclerc maximal Achter und Verstappens Red Bull-Teamkollege Sergio Perez bestenfalls Vierter wird, ist er Champion.
Verpasst Verstappen die schnellste Rennrunde, darf Leclerc maximal Neunter und Perez Vierter werden, ohne selbst den Punkt für den flottesten Umlauf einzusacken.
Der Niederländer selbst versteht das ganze Gewese um Titel Nummer zwei inds überhaupt nicht. „Ich lasse das alles auf mich zukommen“, sagt er. „Ich spüre keinen Druck. Ich will einfach ein gutes Rennwochenende zeigen. Klar wäre es schön, schon in Singapur Weltmeister zu werden, aber ich will nicht zu sehr an den WM-Titel denken.“
Kurios: Sein Chef, Red Bull-Motorsportberater Helmut Marko, würde die Meisterfeier am liebsten um einen GP nach hinten schieben. „Marketing-technisch wäre der Titelgewinn besser in Japan“, räumt der Red Bull-Doc ein. „Wegen unserem Motorenpartner Honda. Aber generell können wir davon ausgehen, dass Max Weltmeister wird. Es ist nur die Frage wann.“
Max Verstappen kann beim GP Singapur an diesem Sonntag schon Weltmeister werden.
Bild: Red Bull Content Pool

Der Satz zeigt: Es ist eine äußerst komfortable Situation, in der sich Red Bull und Verstappen befinden. Marko bestätigt: „Im Vergleich zum Vorjahr ist es jetzt ein wahnsinnig angenehmes Gefühl. Max hat auch gesagt, so etwas wie in den letzten sechs bis acht Rennen im Jahr 2021 wie gegen Lewis Hamilton, das hält er auf Dauer nicht aus.“
Trotzdem hatte auch diese Saison ihre spezifischen Herausforderungen. „Wir hatten in den ersten Rennen Probleme“, betont Verstappen stolz, „und das Team musste sehr schnell darauf reagieren. Das haben wir geschafft. Aus den meisten Grands Prix haben wir das Maximum geholt.“
Deshalb geht der Niederländer jetzt auch auf Rekordjagd. Zunächst gilt es die Siegesserien von Michael Schumacher und Nico Rosberg (je sieben Triumphe am Stück) einzustellen, anschließend die von Alberto Ascari und Sebastian Vettel (je 9).
Und dann ist da noch die Statistik der meisten Siege pro Saison. Verstappen ist 2022 in 16 Rennen schon elf Mal als Erster über die Ziellinie gefahren. Betse Voraussetzungen, um den Rekord von Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 13 Erfolge) zu attackieren.
Damit das gelingt, behält der amtierende Champion das Chassis vom GP Italien, mit dem er von Platz sieben aus nach ganz vorne preschte. Bereits in Monza wurde teamintern vereinbart, dass das Auto als Glücksbringer weiter eingesetzt werden soll. Verstappen: „Und genau das machen wir jetzt.“
Einen Rekord hat er in diesem Jahr übrigens bereits geholt: Nach seinen Siegen in Spa, Zandvoort und Monza ist er der erste Formel-1-Pilot, der drei Rennen innerhalb von drei Wochen gewinnen konnte. Wer soll diesen Max Verstappen noch stoppen?