Er war bis 2021 der Bruchpilot der Formel 1 – jetzt dürfte Nikita Mazepin theoretisch wieder in der Formel 1 fahren. Hintergrund: Das EU-Gericht hat die Sanktionen gegen den Russen aufgehoben. Die Richter in Luxemburg begründeten ihre Entscheidung damit, dass die bloße familiäre Verbindung zu seinem Vater nicht ausreiche, um ihn quasi in Sippenhaft zu nehmen.
Mazepins Vater Dmitri wird vorgeworfen, zum engsten Kreis von Kremlchef Wladimir Putin zu gehören und als führender Geschäftsmann in Branchen wie der Chemie aktiv Maßnahmen zu unterstützen, die die Ukraine bedrohen.
Die EU hatte im März 2022 aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine entsprechend auch die Gelder von Nikita Mazepin eingefroren und ihm die Einreise in die EU verweigert. Der ehemalige Formel-1-Pilot ging gegen diese Sanktionen vor Gericht der EU vor – und war jetzt erfolgreich.

Mazepin war Mick Schumachers Teamkollege

Sanktionen aufgehoben: Nikita Mazepin dürfte theoretisch wieder Formel 1 fahren.
Bild: LAT / Haas

Der Ex-Haas-Teamkollege von Mick Schumacher wurde von seinem Rennstall aufgrund des russischen Angriffskrieges entlassen. Parallel wurde auch die Zusammenarbeit mit dem damaligen Titelsponsor Uralkali aufgekündigt, dessen Mehrheitseigentümer Mazepins Vater Dmitri ist. Gegen das Urteil kann vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) vorgegangen werden.
Aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verhängte die EU Sanktionen gegen fast 2000 Personen und Organisationen. Mehrere Dutzend Klagen gegen diese Strafmaßnahmen sind derzeit vor Gerichten anhängig.
Ein prominentes Urteil erging bereits im vergangenen Jahr und bedeutete eine deutliche Niederlage für die EU. Die Mutter des verstorbenen Chefs der russischen Privatarmee Wagner, Violetta Prigoschina, wurde von den Richtern als nicht sanktionswürdig eingestuft. Sie argumentierten ähnlich wie im Fall Mazepin, dass ein Verwandtschaftsverhältnis nicht ausreiche, um Strafmaßnahmen zu rechtfertigen. Viele andere Kläger, darunter der ehemalige Besitzer des FC Chelsea, Roman Abramowitsch, sind mit ihren Klagen vorläufig gescheitert.
(mit Informationen von dpa)