Es ist die erste große Personalie des Jahres. McLaren hat den Vertrag mit Lando Norris vorzeitig bis 2025 verlängert. So lange ist sonst nur ein Fahrer an ein Team gebunden: Charles Leclerc bei Ferrari. Der neue Kontrakt zeigt also, wie viel McLaren vom jungen Briten hält.
„Es gibt keine Ausstiegsklauseln“, bestätigt Teamchef Andreas Seidl sogar. „Weder auf unserer noch auf der Seite von Lando. Es zeigt, dass alle Seiten an dieses Projekt glauben. Stabilität zu haben, ist mir extrem wichtig. Mit Lando und Daniel haben wir eine der besten Fahrerpaarungen im Feld.“ Der Vertrag des Australiers läuft ebenfalls noch weitere zwei Jahre bis Ende 2023.
Das neue Kronjuwel der Formel 1 ist aber Norris, dessen Stern im vergangenen Jahr endgültig aufging. In 20 von 22 Rennen landete der Engländer in den Punkten, schaffte es viermal aufs Podest und raste in Sotschi von der Pole-Position aus seinem ersten Sieg entgegen, bis der unberechenbare Regen kam. Am Ende belegte er WM-Rang sechs.
Lando Norris verlängert seinen Vertrag bei McLaren.

Die Verlängerung ist trotzdem eine Überraschung. Erst im Mai 2021 hatte McLaren verkündet, eine Option gezogen und Norris bis Ende 2023 an sich gebunden zu haben. Nun also der neue Vierjahresvertrag, mit dem auch eine Gehaltserhöhung einher gegangen sein dürfte. Bislang hatte der Brite geschätzte zwei Millionen Euro pro Jahr verdient.
Doch nur wegen des Geldes bleibt er nicht. „Ich liebe die Leute bei McLaren und fühle mich dort wie zuhause“, betont Norris. „Ich bin in diesem Team groß geworden, und war früh Teil der Reise, die wir gerade alle bestreiten. In der letzten Saison haben wir beide einen weiteren Schritt gemacht – das Team in seiner Performance und ich. Ich sehe die Arbeit, die Investitionen und die Hingabe, um sich in eine Position zu bringen, in Zukunft um Siege und Weltmeisterschaften zu fahren. Das stimmt mich sehr zuversichtlich. Es war am Ende eine einfache Entscheidung, den Vertrag zu verlängern.“
McLaren will mit Mercedes-Motoren im Heck künftig wieder regelmäßig um Siege und Titel fahren, befindet sich derzeit in der Aufbauphase. 2017 und 2018 kam Norris als Testfahrer zu McLaren an Bord, stieg 2019 zum Stammfahrer auf. Dort fuhr er zunächst an der Seite von Carlos Sainz, hatte im vergangenen Jahr dann den erfahrenen Siegpiloten Daniel Ricciardo im Griff, der trotzdem den GP Italien für sich entscheiden konnte.
Für die neue Saison zeigt sich der Shootingstar zuversichtlich aber gleichzeitig auch realistisch: „Ich weiß, dass wir nicht sofort an die Spitze zurückkehren. Das ist ein Prozess. Uns fehlen noch Bausteine wie der neue Windkanal. Ohne die wird es extrem schwer, Teams wie Mercedes und Red Bull zu schlagen. Wir müssen weitere Schritte gehen. Aber ich weiß, dass sie kommen werden.“

Von

Bianca Garloff