Formel 1: McLaren auf verlorenem Posten
Flügel-Zoff in der Formel 1

McLaren-Star Hamilton hat Vettels Red Bull-Renault als illegal bezeichnet. Inspiriert wurde er von seinem Teamchef Whitmarsh, der jetzt nachlegt. Das Problem: Er hat unrecht. Warum? Das erklärt AUTO BILD MOTORSPORT.
Der WM-Kampf kommt in die entscheidende Phase. Und McLaren geht zum Angriff über. Nach Lewis Hamilton in BILD kritisiert nun auch McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh, dass Red Bull bis zu Lewis Hamiltons Sieg in Spa mit einem illegalen Frontflügel gefahren sei. Seine Argumentation: "Red Bull und auch Ferrari sind uns auf einmal (nach dem letzten McLaren-Sieg in Montreal; d. Red.) davongefahren. Allerdings hatten wir nicht das Gefühl, dass wir Rückschritte gemacht hätten. Die Anderen sind einfach viel schneller geworden. Seit dem Rennen in Spa hat es allerdings den Anschein, als seien die beiden wieder auf unser Niveau zurückgefallen." Whitmarsh bringt das mit den verschärften Frontflügel- und Unterbodentests in Verbindung, die seit dem GP Belgien gelten. Whitmarsh konkret: "Das hängt damit zusammen, dass die FIA die Flexibilität der Frontflügel eingeschränkt hat. In den vorangegangenen Rennen berührten die Endplatten ihrer Frontflügel immer wieder den Boden. Das bringt einen Vorteil, ist jetzt aber nicht mehr der Fall. Ich will nichts unterstellen. Das kann Zufall sein, aber irgendwie ist es schon komisch."
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Red Bull-Technikchef Newey dementiert die Vorwürfe

Streckencharakter entscheidet
Was sich immer stärker herauskristallisiert: Der Streckentyp entscheidet ganz stark, wer wo gewinnt. Der Red Bull RB6 ist überall dort unschlagbar, wo mit viel Abtrieb gefahren wird oder wo schnelle Kurven eine gute Aerodynamik voraussetzen – wie in Budapest (HUN), Silverstone (GB) oder am Wochenende in Suzuka (J, 8. bis 10. Oktober 2010). Ferraris F10 ist immer dann überlegen, wenn es auf gute Traktion, also Bremsen und Beschleunigen ankommt – wie zuletzt in Singapur. Er hat Vorteile im Topspeed, aber Nachteile in lang gezogenen schnellen Kurven. Der McLaren-Mercedes MP4-25 funktioniert nur bei einem Mix aus langen Geraden und schnellen Kurven – wie in Spa. Er hat Schwächen in der Traktion und bei der Aerodynamik. Für das kommende Rennen auf der aerodynamisch anspruchsvollen Strecke in Suzuka bedeutet das: Red Bull müsste allen davonfliegen. Auch ohne Flatterflügel.
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