Unter normalen Bedingungen ist Mercedes derzeit kaum zu schlagen. Das wurde im Freitagstraining von Bahrain wieder allzu deutlich. Rund sechs bis acht Zehntelsekunden beträgt Ferraris Rückstand unter gleichen Bedingungen. Doch Mercedes hat eine Achillesferse: die Starts.
So lief der erste Trainingstag: Rosberg mit perfektem Freitag
Liegt das an der neuen Regel, wonach der Fahrer nur noch ein statt zwei Kupplungs-Paddels betätigen darf?
Mercedes
Am Start in Melbourne zischte Vettel schon nach wenigen Metern an den Mercedes-Piloten vorbei
Hintergrund: Mercedes und Ferrari haben seit diesem Jahr ganz unterschiedliche Lenkräder. Rosberg und Hamilton können sich spontan entscheiden, ob sie das linke oder rechte Kupplungspaddel ziehen (siehe Foto oben), während Vettel und Räikkönen nur eine, dafür aber größere Variante zur Auswahl haben. Je nach Vorliebe des Fahrers befindet sich die Wippe rechts oder links hinterm Lenkrad. Der Komfort kann wichtig sein, da der Fahrer seit dem GP Belgien 2016 den Schleifpunkt der Kupplung ohne Hilfe seines Ingenieurs finden muss.
Den wahren Unterschied zwischen Schnarch- und Raketenstarts aber macht nach Informationen von AUTO BILD MOTORSPORT die Elektronik. In Australien schoss Sebastian Vettel von Platz drei an Hamilton und Rosberg vorbei an die Spitze. Hamilton fiel in seinem Mercedes sogar bis auf Rang sieben zurück. Nico Rosberg: „Mein Start war in Ordnung, aber die von Sebastian und Kimi waren einfach super.“

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Verantwortlich für Ferraris Start-Stärke ist ein cleveres Motormanagement, das die Scuderia mit Hilfe von Elektronikpartner Magneti Marelli programmiert hat. Dabei sorgen die speziellen Motoreinstellungen dafür, dass Drehzahl beziehungsweise Drehmoment kurz nach dem Losfahren nicht in den Keller sinken.
Konfusion bei Ferrari: Defekte Radnabe stoppt Vettel
Mercedes beobachtete schon bei den Testfahrten, dass Ferrari in der Phase kurz nach dem Anrollen mehr Power freimachen kann als das Weltmeisterteam. Offenbar liegt das auch an der Konstruktion des Turbomotors selbst.
ZF Racing
Ferraris Kupplungstechnik kommt aus Deutschland
Hamilton warnt: „Ferrari hat es schon in der zweiten Jahreshälfte 2015 geschafft, die Kupplung schneller kommen zu lassen. Es muss jetzt ganz oben auf unserer Agenda stehen, sicherzustellen, dass sie nicht ständig die besseren Starts haben.“
Ferrari fährt übrigens mit deutscher Kupplungstechnik von ZF Racing. Die Formel-1-Kupplung besteht aus vier Scheiben mit einem Reibdurchmesser von nur 97 Millimeter, die Drehmomente bis zu 900 Nm übertragen können. Das Hightech-Teil aus Carbon und Titan wiegt nur 860 Gramm und kann kurzzeitig Temperaturen bis zu 400 Grad aushalten.