Formel 1: Mercedes
Mercedes bekommt neue Renn-Werkstatt

Mercedes hat in den sozialen Medien seine neuen Race Bays veröffentlicht. Das ist die neue Renn-Werkstatt des Weltmeister-Teams
Bild: Mercedes/Twitter
Ein Formel-1-Auto besteht aus etwa 5000 Einzelteilen. Aber ein echter Mercedes entsteht nur in Brackley, 125 Kilometer nordwestlich von London. In der 13000-Einwohner-Stadt mit typisch englischem mittelalterlichen Ortskern, eingebettet in die hügelige Grafschaft Northamptonshire, baut Mercedes seine Weltmeister-Wagen. Etwa 14 Kilometer entfernt treffen sich Formel-1-Fans aus aller Welt einmal im Jahr – zum GP von Großbritannien an der Rennstrecke in Silverstone.
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Die Ankunft auf dem Werksgelände von Mercedes GP in Brackley nahe der Rennstrecke von Silverstone ist wie die Entdeckung der Langsamkeit. Überall stehen Schilder mit Tempolimit 10 (Meilen pro Stunde). Kurios, werden doch ausgerechnet hier die schnellsten Formel-1-Autos der Welt gebaut.
Hier baut Mercedes seine Weltmeisterautos
Seit 2010 wird hier an den modernen Versionen der legendären Silberpfeile geschraubt. Monocoque, Karosserie, Aufhängungen, Radträger, Achsen, Hydraulik und Benzinsystem, Lenkrad und Lenksäulen werden in Brackley produziert. Der Hybrid-Antrieb kommt aus dem rund eine Autostunde entfernten Brixworth.

Die alten Formel-1-Race Bays von Mercedes
Bild: Mercedes/Twitter
Nach fast 20 Jahren wurden die alten sogenannten Race Bays, wo die Autos zusammengesetzt und gewartet werden, nun eingemottet. Das hat Mercedes heute in den sozialen Netzwerken verkündet. Die beeindruckenden Zahlen der alten Werkbänke: 115 Siege, 253 Podestplätze, 126 Poles, 79 schnellste Runden und 57 Doppelsiege seit 1999. Die Statistik beinhaltet also auch die Erfolge der Autos von BAR, Honda und BrawnGP.
„Diese Race Bays haben über die Jahre alles gesehen: Von den euphorischen Höhepunkten bis zu den tiefsten Tiefpunkten, zu den Momenten der Hoffnung und den Momenten, in denen man sich am Kopf gekratzt hat.“
Viele Fans kennen die alte Werkstatt auch von den Feierlichkeiten. Hier kam in den Vor-Corona-Zeiten regelmäßig das gesamte Team zusammen und stieß auf die vielen Siege und WM-Titel an. All das ist jetzt vorbei. Zumindest in den alten heiligen Hallen.

Die neuen Formel-1- Race Bays von Mercedes
Bild: Mercedes/Twitter
Die neue Mercedes-Werkstatt trägt Wolffs Handschrift
Die neue Werkstatt trägt klar die Handschrift von Mercedes-Teamchef Toto Wolff, der nie locker lässt und seine Mannschaft immer weiter verbessern will. Wolff zuletzt gegenüber Autosport: „Ich kann nicht wirklich in andere Organisationen hineinschauen, und deshalb ist es sehr schwierig für mich herauszufinden, wo ihre Schwächen liegen oder wo wir Vorteile haben. Ich weiß nur, dass wir ein guter Ort zum Arbeiten sind, ein Ort, an dem man Spaß hat, aber an dem wir auch Druck auf uns selbst aufbauen.“
Der Schlüssel zum Erfolg, so der Wiener: „Die Balance zu finden zwischen dem Druck, der ein Rohr platzen lässt, und dem Druck, der einen Diamanten produziert.“
Fest steht: Auf den neuen Race Bays in Brackley sollen künftig die Diamanten der Formel 1 geformt werden.
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