Bekommen Mercedes und Lewis Hamilton das Ergebnis, das sie sich wünschen? Fest steht: Die FIA will die im Dezember angekündigte Untersuchung zu den Vorkommnissen beim WM-Finale in Abu Dhabi im Februar abschließen und der Formel-1-Kommission präsentieren. Finale Entscheidungen sollen am 18. März vom Weltrat abgesegnet werden. Das bestätigt der Automobilweltverband am Donnerstag.
Die Kommission soll ihre Arbeit am Montag dieser Woche aufgenommen haben. Sie soll aufklären, ob Rennleiter Michael Masi seine Kompetenzen überschritten hat, als er die Safetycar-Regeln in den letzten Minuten etwas freier interpretierte. Was er laut aktuellem Regelwerk allerdings darf. Wichtiger sind deshalb Änderungsvorschläge, die die Experten unterbreiten sollen. Nächste Beratungsstunde: Am 19. Januar ist ein Tagesordnungspunkt des Sportlichen Beratungs-Komitees dem Einsatz des Safetycars gewidmet.
Laut FIA sollen auch alle Beteiligten erneut befragt werden, inklusive Rennleiter Masi, der Rennkommissare, Fahrer und Teamvertreter. Ob Lewis Hamilton dafür sein Schweigen bricht?
Die Leitung des Abu Dhabi-Ausschusses hat Motorsport-Generalsekretär Peter Bayer inne. Auch der neue FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem ist persönlich involviert.
Mercedes-Teamchef Toto Wolff
Brisant: Zuletzt tauchten Gerüchte über einen geheimen Deal auf, wonach Mercedes die Berufung nur dann zurückzieht, wenn Rennleiter Masi seinen Hut nehmen muss. Im Organigramm für 2022 ist sein Name schon nicht mehr zu finden. Im Statement ist die Rede davon, dass Monoposto-Chef Peter Bayer die FIA-F1-Organisationsstruktur optimieren soll.
Fakt ist: Der Druck ist hoch. „Ich erwarte, dass die Kommission nicht nur Worte als Ergebnisse vorlegt, sondern auch Taten folgen lässt. Und wir werden sie an ihren Taten messen“, hatte Mercedes-Teamchef Toto Wolff angekündigt.
Englische Medien berichteten zudem, dass Hamilton sich mit dem Karriereende befasse, sollte das Untersuchungsergebnis nicht nach seinem Geschmack sein. Wolff in der Kronenzeitung: „Ich hoffe sehr, dass wir ihn wieder sehen. Er ist der wichtigste Part unseres Sports. Es wäre ein Armutszeugnis für die ganze Formel 1, wenn der beste Fahrer wegen hanebüchener Entscheidungen beschließt aufzuhören.“
Allein: Könnte man es nicht auch als Armutszeugnis bezeichnen, wenn sich ein Verband sich derart von einem Rennstall unter Druck setzen lässt?

Von

Bianca Garloff