Formel 1: Mercedes bangte um Hamilton
Wolff: „Motorschaden stand kurz bevor“

Erst das große Zittern, dann Weihnachten: Mercedes-Star Lewis Hamilton durchlebt beim Brasilien GP eine Achterbahnfahrt der Gefühle.
- Frederik Hackbarth
So ein Geschenk hat Lewis Hamilton schon lange nicht mehr bekommen. Runde 44 beim Brasilien GP. Der Brite kämpft mit Motorproblemen, hat seine Führung an Max Verstappen abgeben müssen und ist nur noch Zweiter. Dann biegt er um die erste Kurve...
„Lewis muss sich gedacht haben: 'Ist denn heute schon Weihnachten?'“, urteilt Ex-F1-Pilot und TV-Experte Martin Brundle. Vor Hamilton sind der Führende Verstappen und der Überrundete Esteban Ocon kollidiert. „Beide standen verkehrt herum da und haben mich angeschaut. Ich habe mir nur gedacht: 'Okay, das ist jetzt großartig'“, beschreibt Hamilton die kuriose Szene aus seiner Sicht.

Hamilton im Glück: Links Verstappen, rechts Ocon...
Der Österreicher verrät: „Es war schrecklich! Ich habe am Funk ungefähr zehn Kanäle offen. Auf einmal höre ich auf einem: 'Lewis Hamilton, Motorschaden steht unmittelbar bevor. Er fliegt uns nächste Runde um die Ohren.' Ich habe den Ton aufgedreht und gesagt: 'Entschuldigung, wie bitte?!' Die Ingenieure haben mir dann mitgeteilt: 'Wir haben ein massives Problem, der Auspuff gibt gleich den Geist auf und wir durchschlagen gerade alle Temperaturlimits.'“
Wolff weiter: „Sie haben das ganze Ding dann runter gedreht. Dadurch sind die Temperaturen etwas runter, von 1000 auf 980 Grad. Sie waren aber immer noch zu hoch. Gott weiß, wie wir das Rennen beendet haben. Es war ein Albtraum bis zur Zielflagge.“

Feiern den Team-Titel: Hamilton und Toto Wolff (r.)
Am Ende rettet der Brite einen knappen Vorsprung gegen Verstappen und damit die Kontrukteurs-WM über die Linie. Im Ziel weiß Hamilton, wo er sich zu bedanken hat, streichelt behutsam die Abdeckung seines Motors - und feiert sich für den Sieg danach auch ein wenig selbst: „Heute haben sie (das Team; d. Red.) mir ein paar Bälle zugeworfen, während ich schon mit anderem Zeug jongliert habe. Aber ich versuche immer, das Beste draus zu machen und manchmal mehr rauszuholen als eigentlich drin ist. Dafür bin ich ja hier.“
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