Perfekter Saisonabschluss für Mercedes in Abu Dhabi: Die Silberpfeile feiern einen stets ungefährdeten Doppelsieg - fast 20 Sekunden beträgt im Ziel der Vorsprung auf den ersten Verfolger Sebastian Vettel. „Ich glaube nicht, dass wir heute das wahre Ferrari gesehen haben. Viele Leute haben das hier bereits als erstes 2018er Rennen genommen und neue Teile am Auto getestet. Ich wäre mit der Pace-Analyse des Wochenendes also vorsichtig“, glaubt Mercedes-Teamchef Toto Wolff.
Abu Dhabi
Die Silberpfeile feierten mit Donuts den Doppelsieg
Der fehlende Druck durch die Konkurrenz bringt die Silberpfeile trotzdem in eine angenehme Lage - Hamilton und Bottas dürfen beim Finale „vollkommen frei fahren“, wie Niki Lauda verrät - am Ende sogar mit vollem Rohr! „Wir haben ihnen zum Schluss erlaubt, mit dem Motor zu machen, was sie wollen. Beide haben komplett aufgedreht“, sagt der Österreicher.
Landsmann Wolff bestätigt: „Damit haben wir zwar potenzielle Probleme riskiert, aber das war es wert. Das waren wir den Fahrern und den Fans schuldig.“
Dass sich zum Abschluss der Saison Bottas als Sieger in Abu Dhabi durchsetzt, freut Wolff ganz besonders: „Ich bin sehr happy für Valtteri. Er hat ein starkes Rennen gezeigt und verdient gewonnen. Für ihn war das wichtig nach dem Sommer.“ Bottas war nach der F1-Sommerpause in eine Formkrise geraten. „Er hatte eine schwere Zeit mit unserem Auto. Sein Fahrstil muss genau zum Auto passen. Gott sei Dank läuft es jetzt wieder für ihn“, findet Niki Lauda.
Mercedes
Fahrer- und Team-WM: Kollektiver Jubel bei Mercedes
Bottas, der das Jahr mit zwei Pole-Positions in Folge und dem Sieg beim Finale versöhnlich abschließt, erklärt: „Natürlich ist es schade, dass es nicht mehr zu Platz zwei in der WM gereicht hat. Aber das ist Geschichte, ich schaue jetzt nur noch nach vorne.“ Mit Blick auf die Gegenwart am Sonntag stellt Sieger Bottas fest: „Es könnte gar nicht besser sein. Durch diesen Erfolg nehme ich enorme Zuversicht mit ins nächste Jahr.“
Für Parallelen zu Vorgänger Nico Rosberg, der 2015 gleich die letzten drei Saisonrennen und anschließend ein Jahr später den Titel gewann, ist es noch zu früh - aber auch Bottas spürt, dass ein Knoten geplatzt ist. „Ich war zum Beispiel heute vor dem Start viel entspannter als noch in Sao Paulo. Ich hatte das ganze Wochenende das Gefühl, alles unter Kontrolle, aber zeitgleich auch nichts zu verlieren zu haben. Das war gut für meinen Kopf“, gibt der WM-Dritte Einblick in sein Seelenleben.
Bottas
In Abu Dhabi behielt Bottas die Nase vor Hamilton
„An meinen Problemen habe ich hart gearbeitet. Vor allem daran, zu verstehen, warum ich seit August in vielen Rennen Schwierigkeiten hatte“, sagt der Finne. „Seitdem habe ich mich verbessert. Dann gewinnt man an Vertrauen in sich selbst und das Auto. Das macht schon einen großen Unterschied. Ich finde jetzt leichter in meine Wohlfühlzone.“ In dieser will Bottas für nächste Saison am liebsten gleich bleiben - denn dann sinnt er auf Revanche: „Lewis hat den Titel gewonnen, er ist mein Teamkollege. Wir hatten also schon dieses Jahr das Auto, um es zu tun. Und ich habe es nicht geschafft.“ 2018 soll das anders sein.