Formel 1: Mercedes flirtet offen mit Mercedes
Källenius: „Max würde Silber gut stehen“

Bild: Red Bull Content Pool
Max Verstappen wird von Mercedes umgarnt. Der Vorstandsvorsitze Ola Källenius baggert offen am Red Bull-Star.
Max Verstappen gewinnt den Großen Preis von Spanien – doch von Dominanz keine Spur mehr bei Red Bull. Der Weltmeister profitiert vielmehr von einem vermasselten Start von Pole-Setter Lando Norris (McLaren) und seinem eigenen Können.
„Verstappens Marktwert ist definitiv gestiegen heute“, lobt deshalb auch Sky-Experte Ralf Schumacher. „Hut ab davor, was er geleistet hat. Er hatte heute nicht das schnellste Auto und hat trotzdem gewonnen.“
Begehrlichkeiten weckte der Niederländer derweil schon in der Startaufstellung. Da rollte ihm kein Geringerer als Mercedes-Vorstand Ola Källenius den roten Teppich aus. „Die besten Fahrer wollen in den besten Autos sitzen und unsere Aufgabe ist es, das beste Paket zu schnüren“, sagt er von Sky auf die Personalie Verstappen angesprochen.
Gleichzeitig verweist der Deutsch-Schwede auf das neue Reglement, das ab 2026 in Kraft tritt und den Antrieb wieder in den Mittelpunkt rückt. Källenius nutzt das für eine Liebeserklärung an Verstappen: „Da werden die Karten neu gemischt. Max würde Silber auch gut stehen.“

Max Verstappen gewinnt den Großen Preis von Spanien – doch von Dominanz keine Spur mehr bei Red Bull.
Bild: Red Bull Content Pool
Unrealistisch sind die Flirtversuche nicht. Mercedes ist auf dem Vormarsch, belegte in Barcelona die Plätze drei und vier. „Wir liegen nur noch zwei bis zweieinhalb Zehntel pro Runde zurück“, rechnet Teamchef Toto Wolff vor.
Horner kontert Källenius Verstappen-Flirt
Red Bull dagegen wirkt seit dem Sex-Skandal von Christian Horner Anfang der Saison geschwächt. Verstappen selbst hatte im Zuge der Diskussionen indirekt mit Abgang gedroht, sollte nicht schnell wieder Ruhe einkehren. Seitdem hat Stardesigner Adrian Newey das Team verlassen – weitere Teammitglieder sollen folgen.
Verstappen selbst hat am Samstag nach Platz zwei im Qualifying einen deutlichen verbalen Warnschuss abgegeben. „Stichwort Weckruf“, sagt er da. „Wir sind schon ziemlich wachgerüttelt. Wir müssen uns weiter anstrengen, neue Teile bringen. Wir hatten im Vorjahr ein sehr dominantes Auto. Das ist jetzt Geschichte.“

Christian Horner will sich auf eine entsprechende Diskussion gar nicht einlassen.
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Sein Teamchef Christian Horner will sich auf eine entsprechende Diskussion gar nicht einlassen. „Ich würde mich mehr auf meine eigenen Fahrer konzentrieren als auf unsere“, kontert er Källenius‘ Ansage. „Max ist zufrieden im Team, hat 70 Prozent der Rennen in diesem Jahr gewonnen, führt die WM an. Manchmal wird einfach versucht, das Team mit solchen Aussagen aus dem Gleichgewicht zu bringen.“
Aus dem Gleichgewicht – das ist Red Bull längst. Und Schuld ist Horner selbst. Schlusswort Ralf Schumacher: „Man sieht ja jetzt, wie Max kämpfen muss. Deshalb muss sich Horner die Fragen gefallen lassen. Es hat sich viel verändert im Team, wichtige Personalien hat er verloren. Er muss jetzt hart arbeiten, um Red Bull Racing neu aufzustellen.“
Wenn’s ganz hart kommt, dann findet der Neuaufbau ohne Max Verstappen statt, an dem Mercedes weiter ganz offen baggert.
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