Formel 1: Mercedes in Malaysia
Lauda verzettelt sich

Viel zu tun für Niki Lauda: Vor dem Japan GP muss er Lewis Hamilton beruhigen. Zudem wirbt der Österreicher für Wintertestfahrten im warmen Bahrain.
Bild: Picture-Alliance
- Ralf Bach
- Bianca Garloff
Von seinen ursprünglichen Plänen wurde Mercedes-F1-Boss Niki Lauda kurzfristig abgelenkt. Statt weiter wegen des Bahrain-Tests im nächsten Jahr auf Stimmenfang zu gehen, musste der Österreicher erst mal Seelenmassage betreiben. Nach Lewis Hamiltons Motorschaden, der dem Briten in Malaysia in Runde 41 den schon sicher geglaubten Sieg raubte, packte Lauda seinen Starpiloten erst mal in seinen Privatjet und flog ihn nach Tokio.

Frust bei Lewis Hamilton nach seinem Motorschaden
Über Hamiltons Verschwörungsvorwürfe, die der Brite kurz nach seinem Ausfall bei der BBC aufkommen ließ, kann Lauda nur schmunzeln. "Lewis weiß, dass Mercedes beide Fahrer absolut gleich behandelt. Aber in der ersten Erregung kann bei dem ganzen Zorn und der Enttäuschung sowas schon mal fallen. Ich habe in meiner aktiven Zeit Dinge gesagt, die ich lieber nicht hätte sagen sollen."

Von links: Niki Lauda, Helmut Marko und Alain Prost

Lauda wirbt bei Kunde Force India für seine Idee...
Doch was Lauda nicht weiß oder nicht wissen will: Die Legende verzettelt sich gerade. In Kreisen der FIA, so erfuhr ABMS, schüttelt man nur den Kopf über die Aktion des Österreichers. Grund: Parallele Testfahrten sind per Reglement gar nicht erlaubt. Und, so tuschelt man hinter den Kulissen: Selbst die Mercedes-abhängigen Teams wie Force India hätten lediglich für einen Paralleltest in Bahrain während der Barcelona-Woche ihre Zustimmung gegeben - wohl wissend, dass die FIA das nicht erlauben würde.

Mercedes will lieber im warmen Bahrain testen lassen
Marko vermutet hinter dem Mercedes-Anliegen, das zum Scheitern verurteilt ist, was ganz anderes: "Mercedes hat thermische Probleme mit dem neuen Auto. Sie glauben, dass sie die nur in Bahrain aussortieren können. Da machen wir aber nicht mit."
Service-Links