Formel 1: Mercedes knapp vor Ferrari
Hamilton stichelt, Vettel holt auf

Das Top-Trio Hamilton, Rosberg und Vettel lag im Montreal-Qualifying innerhalb von nur 0,178 Sekunden. Geht es im Kanada GP am Sonntag genauso eng zu?
Bild: Picture-Alliance
- Frederik Hackbarth
- Bianca Garloff
Denkbar eng ging es zu im Qualifying der Formel 1 für den Kanada GP: Gerade einmal 0,178 Sekunden trennten die Top-3, Lewis Hamilton, Nico Rosberg und Sebastian Vettel. Aber: Wie gut waren die Runden der Sieganwärter und welche Aussagekraft hat das für das Rennen am Sonntag? Zumindest der Pole-Mann beantwortete diese überraschend: „Wenn ich ehrlich bin, war das wahrscheinlich die schlechteste Pole-Runde, die ich jemals gefahren bin. Ich hatte definitiv schon bessere“, grinste Lewis Hamilton.
So lief der Samstag in Kanada: Hamilton knapp vor Rosberg

Ein Verbremser kostete Rosberg die Chance auf Pole
Von Mercedes-Teamchef Toto Wolff gab es trotzdem Lob für den Wiesbadener. „Wenn man bedenkt, dass das Lewis' Lieblingsstrecke ist, war Nicos Zeit eigentlich ziemlich eindrucksvoll“, fand der Österreicher. Hamilton widersprach indirekt. „Heute waren auf meiner Seite mindestens noch ein paar Zehntel drin. Sie lagen da, aber ich habe sie nicht genommen. Vielleicht lag es am veränderten Set-Up. Gestern hatte ich eine halbe Sekunde Puffer auf Nico. Aber heute hat er bisschen was gewonnen und ich bisschen was verloren.“

'Schlechte' Runde und Pole: Hamilton hatte gut lachen
Doch ist Ferrari in Kanada wirklich schon reif für den ersten Saisonsieg? Toto Wolff hat die Konkurrenz aus Maranello jedenfalls auf der Rechnung. „Heute war es schon sehr eng. Vettel hat am Ende einen rausgehauen und ich bin froh, dass wir vorne geblieben sind“, sagte der Österreicher. Wolff: „Wahrscheinlich ist das Wetter morgen anders. Aber im Trockenen sieht man schon, dass die Pace der drei Top-Teams sehr ähnlich ist.“
Vettel entschuldigt sich am Funk
Das war Sebastian Vettel auch schon vor dem Qualifying aufgefallen, weswegen der Deutsche mit großen Ambitionen auf die Zeitenjagd ging. Am Ende konnte er die Erwartungen des Teams erfüllen - nur seine eigenen nicht ganz. Denn während sich in der Ferrari-Garage nach Startplatz drei Euphorie breit machte, entschuldigte sich Vettel sogar noch am Funk. Die Erklärung des Perfektionisten: „Ich hatte mir schon ausgerechnet, ein Wörtchen um die Pole mitzureden und wollte in die erste Startreihe. Das habe ich nicht geschafft. Meine Runde war okay, aber eben nicht fabelhaft.“

Vettel ist vor dem Kanada GP dran an Mercedes
„Ob es gegen Mercedes gereicht hätte? Schwer zu sagen“, meinte Vettel, der jedoch auch das Positive sah: „Wichtig ist mir: Ich sitze in einem tollen Auto, das sich richtig anfühlt. Die ganzen Verbesserungen, die wir nach Kanada gebracht haben, haben sich bewährt. Deshalb dürfen wir dem Grand Prix optimistisch entgegenblicken.“ Zumal die wechselhafte Wettervorhersage Vettel nicht ungelegen kommt: „Sowas kann die Chancen immer erhöhen und gerade auf dieser Strecke kann es schnell ein Safety-Car geben. Wir müssen morgen also stets wachsam bleiben!“
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