Von der Pole Position gestartet, am Ende nur Rang vier: Lewis Hamilton und Mercedes konnten mit dem GP Ungarn nicht zufrieden sein. „Wir hatten wahrscheinlich das zweitschnellste Auto, aber wir müssen es besser umsetzen, wenn wir unser volles Potenzial ausschöpfen wollen“, ärgerte sich Teamchef Toto Wolff.
Dass man das am Hungaroring nicht konnte, hatte eine konkrete Ursache, wie Mercedes vorm nächsten Rennen in Spa an diesem Wochenende verrät. „Am Sonntag waren wir mit einigen unserer Entscheidungen zu konservativ und verpassten letztlich das Podium“, rekapituliert der Wiener, dessen zweiter Fahrer George Russell Sechster wurde. „Außerdem hatten wir bei beiden Autos Einschränkungen bei der Kühlung.“
Chefingenieur Andrew Shovlin erklärt: „Wir hatten ein Problem, bei dem die Art und Weise, wie wir die Kühlung vorhergesagt hatten, dazu führte, dass wir zu wenig gekühlt waren. Wir untersuchen jetzt, warum (die Kühlung; d. Red.) nicht den Erwartungen entsprochen hat.“
Mercedes reist mit einem Updatepaket nach Spa.
Bild: Steve Etherington / Mercedes

Das Problem bei zu wenig Kühlung: Der Antrieb kann nicht mit voller Performance betrieben werden. Stattdessen mussten beide Fahrer wie in der Formel E mit „Lift & Coast“ fahren, also früher vom Gas und in die Kurven hineinrollen. Shovlin: „Das hilft dabei, die Powerunit zu kühlen, kostet aber Rundenzeit. Das führte dazu, dass kein Fahrer die Autos vor sich wirklich angreifen konnte.“
Immerhin: An diesem Wochenende beim GP Belgien in Spa werden keine Rekordtemperaturen, dafür Regen erwartet. Mercedes wird am Sprintwochenende dennoch erneut mit einem verbesserten Silberpfeil antreten.
„Wir werden an diesem Wochenende im Rahmen unseres fortlaufenden Entwicklungsprogramms Updates bringen“, betont Toto Wolff. „Wir hoffen, dass dies ein weiterer kleiner Schritt zur Verbesserung des W14 sein wird.“
Im Hintergrund arbeitet man derweil längst auch am Auto für 2024: Dabei wollen die Techniker nicht den Fehler wiederholen, sich mit einem bestimmten Konzept wie den schmalen Seitenkästen in eine Sackgasse zu manövrieren. „Der Schwerpunkt für das nächstjährige Auto liegt darauf, dass wir sicherstellen, dass die wichtigsten Entscheidungen uns viel Spielraum für die Entwicklung lassen“, verrät Shovlin. „Das ist hoffentlich ein Schritt, der uns wieder regelmäßig auf die Pole Position bringt und uns in die Lage versetzt, um Siege zu kämpfen.“