Es wird das Rennen der Wahrheit für Mercedes. Der Große Preis von Japan in Suzuka am Wochenende wird zeigen, ob Ferrari und Red Bull ihre Autos tatsächlich besser weiterentwickelt haben. Oder ob der Silberpfeil lediglich unter den hohen Temperaturen in Singapur und Malaysia litt.
Fakt ist: Bei Mercedes herrscht Alarmstufe rot. "Sebastian hat im Rennen 30 Sekunden auf uns gutgemacht", warnt Teamchef Toto Wolff. "Wenn wir in den letzten zwei Rennen nicht Glück gehabt hätten, würden wir in der WM zurückliegen."
Technik
Auch an der Frontpartie wurde nachgerüstet
Das Problem: Das Update, was Mercedes nach Malaysia flog, brachte nicht den gewünschten Erfolg. Die zwei offensichtlichsten Neuerungen: ein größerer Diffusor seitlich unterhalb der Nase, der den Luftstrom noch besser unter das Auto leiten und Verwirbelungen vermeiden soll (s. rechts). Und: Ein neuer Unterboden, der mit einem kleinen Zusatzflügel endet (s. oben). Dieser soll die Luft noch einmal zusätzlich beschleunigen.
Doch weder Hamilton noch Bottas fanden Gefallen an den neuen Teilen. Hamilton ließ zurückbauen auf die alte Version, Bottas fuhr hinterher. Bleibt die Frage, ob der Silberpfeil wie schon zu Saisonbeginn einfach nur übersensibel auf die hohen Asphalttemperaturen in Malaysia reagierte - oder ob ein grundsätzliches Problem vorliegt.
Mercedes
Mercedes war zuletzt langsamer als Ferrari
Der Suzuka International Racing Course dürfte das Mercedes-Rätsel lösen. Denn wenn es eine Strecke gibt, die Mercedes bei den nächsten fünf GP liegen sollte, ist das Suzuka. Der Kurs in Japan ähnelt stark der Piste in Silverstone, wo Mercedes 2017 dominierte. Mercedes vor dem Wochenende der Wahrheit.
Noch mal Toto Wolff: "Die wirkliche Stärke eines Teams erkennt man im Sport erst in den schwierigen Zeiten. Wir haben die Weltmeisterschaften in den vergangenen drei Jahren gewonnen, weil wir den Erfolg niemals als selbstverständlich angesehen haben. Selbst in guten Zeiten waren wir dazu in der Lage, den Finger in die Wunde zu legen und an unseren Schwächen zu arbeiten. Genauso sieht es bei uns nach Malaysia aus: Wir analysieren unsere Probleme, beginnen damit, deren Ursachen zu verstehen und arbeiten an Lösungen."