Wieder kein Punkt für Mick Schumacher (Haas) beim Großen Preis von Aserbaidschan in Baku. Der Deutsche beendet das Rennen als Vorletzter vor Williams-Pilot Nicholas Latifi auf Rang 14, nachdem er von ganz hinten losgefahren war.
„Wir hatten uns von den harten Reifen mehr erhofft“, räumt Mick ein. „Wir sind von der Pace her nicht da, wo wir sein sollten. Erst im letzten Stint hatten wir den gewohnten Speed.“
Deshalb ist der Sohn von Michael Schumacher mit dem Ergebnis zufrieden. „Platz 14 ist eigentlich okay, nachdem das ganze Wochenende mit den Problemen am Freitag (Wasserleck; d. Red.) schon schwierig war. Kanada wird für mich ein Neustart.“
Allerdings unter weiterhin ungünstigen Voraussetzungen. Schumacher: „Wir wissen, dass unser Auto im Gegensatz zu anderen nicht weiterentwickelt worden ist. Das hilft uns nicht, weil es im Mittelfeld sehr eng ist.“
Mick Schumacher landet in Baku auf Platz 14.

Ein Hauch von Kritik an seinem Team Haas, in dem es derzeit alles andere als harmonisch zugeht. Nach den Diskussionen an seinem Führungsstil hatte sich vor dem Rennen auch Teamchef Günther Steiner in einem emotionalen Interview gestellt. 
Gegenüber Sky Deutschland versuchte er Fahrt aus der Diskussion zu nehmen. „Wir sind nicht so schlecht oder inhuman, wie manche Leute es machen wollen“, betonte der Südtiroler.
Vielmehr sieht er das Problem auch im öffentlichen Umgang mit der Situation. „Es wird versucht, von außen das Team zu spalten“, sagt er im Hinblick auf diverse Aussagen von Ralf Schumacher, der Schwächen nicht nur bei seinem Neffen Mick sondern auch beim Team sieht. Steiner: „Die Spaltung des Teams von außen ist nicht gut für Mick.“
Intern sei die Stimmung dagegen besser als vermutet: „Die Fronten sind nicht verhärtet. Mick und ich haben letzte Woche geredet, am Donnerstag wieder. Wir sprechen ordentlich, wie es weiter geht.“
Nach dem Technikdefekt am Freitag habe man sich sogar beim Deutschen entschuldigt. Steiner: „Wir sind ein Team. Ich brauche Mick, Mick braucht uns und nur gemeinsam können wir stark sein.“
Der Südtiroler räumt bezogen auf seine manchmal barsche Art aber auch ein: „Ich bin wie ich bin und Ihr werdet mich nicht ändern. Da müssen schon größere Kaliber kommen.“ Deshalb verbindet er die Frage nach der Vertragsverlängerung für 2023 gleich wieder mit einer Ansage: „Was braucht es in der Formel 1? Punkte!“
Allerdings braucht man dafür auch zuverlässiges Material. Schumachers Teamkollege Kevin Magnussen musste den zweiten Haas mit Motorschaden auf Platz elf liegend abstellen. Allein: Bis dahin waren seine Rundenzeiten klar besser als die von Mick Schumacher.

Von

Bianca Garloff